Bienengift in der Medizin

Bienengift wird im medizinischen Bereich Apitoxin genannt und besteht aus einer Mischung von Sekreten der Honigbiene. Bei einem Stich kann eine solche Biene bis zu 0,1 Milligramm des Giftes injizieren. Apitoxin hat einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5 und liegt somit im sauren Bereich, während die Farbe als gelblich-opalisierend definiert wird.

Wie wird Bienengift für die Medizin gewonnen?

Bienengift wird gewonnen, indem die Honigbiene mit elektrischer Reizung zur Abgabe dieses Giftes bewegt wird. Die Vorrichtung hierfür nennt sich Drahtstromfalle. In diese fliegen die Bienen und bewegen sich auf zwei verschiedenen Drähten, welche beide von einem elektrischen Reiz durchflossen werden. Dieser überträgt sich auf die Biene und sorgt dafür, dass sie ihr Gift abgibt. Ist es für die Zwecke der Medizin bestimmt, so werden meist zwei Folien gespannt, von denen eine durchstochen wird, während im Zwischenraum das gewonnene Gift verbleibt. Soll das Bienengift nur äußerlich zur Anwendung kommen, so gibt es meist nur die Drahtstromfalle, unter der dann eine Glasplatte steht, auf die das Gift tropft, sodass dieses dort antrocknen kann.

Verarbeitung von Bienengift

Damit das Gift der Bienen in der Medizin angewandt werden kann, wird es zunächst künstlich gefördert aus dem Stechapparat der Honigbiene gewonnen und aufgefangen. Abhängig davon, für welchen medizinischen Zweck es weiterverarbeitet werden soll, wird es entweder getrocknet und als Trockensubstanz zu Cremes und Salben gegeben oder in flüssiger Form, pur oder stärker verdünnt, mittels einer Spritze in die erkrankten Körperpartien injiziert.

Wirkung von Bienengift

Zusammenfassend weist Bienengift folgende Wirkungen auf, die im medizinischen Bereich genutzt werden:

  • durch die durchblutungsfördernde Wirkung wird die Haut angeregt
  • es wirkt neurotoxisch, also als Nervengift bei entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • es ist blutdrucksenkend
  • Gerinnsel lösen sich mithilfe von Apitoxin auf
  • es reduziert die Blutgerinnung
  • es wirkt entzündungshemmend

 

Wofür wird Bienengift in der Medizin konkret verwendet?

Apitoxin wird in der Medizin für unzählige, oft seltsam erscheinende Bereiche verwendet. Sein Wirkungsspektrum ist ausgesprochen groß. Allgemein gesagt dient Bienengift dazu, die Durchblutung zu steigern und Entzündungen einzudämmen und Linderung bei diesen zu verschaffen.
Wenn im Körper Ablagerungen und Verhärtungen auftreten, wie beispielsweise bei einem Gichtanfall, ist der Einsatz von Apitoxin hocheffizient. Die Ursache von Verhärtungen liegt in der Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenkbereichen. Durch das Zerfallen der Säure in Salze entsteht eine Entzündung, die für den Betroffenen sehr schmerzhaft ist. Bienengift, injiziert oder äußerlich aufgetragen, kann die Schmerzen in diesem Fall deutlich lindern.

Auch der entzündliche Prozess einer Multiplen Sklerose löst Schmerzen über das zentrale Nervensystem sowie entzündliche Reaktionen im Körper hervor. Bei dieser Krankheit kommen jedoch nicht nur kleine Mengen, sondern hohe Dosierungen des Bienengiftes zum Einsatz, damit Abhilfe geschaffen wird.

Apitoxin wird außerdem eingesetzt, um den Wärmehaushalt des Körpers zu regulieren, sofern dieser aus dem Gleichgewicht geraten ist. Im Rahmen dessen kann Bienengift bei einer Krebsbehandlung als unterstützende Therapie verabreicht werden und dem Patienten effektiv und natürlich helfen.

Doch nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich ist die Gabe von Bienengift medizinisch sinnvoll. Es kann im Bereich der Schönheitsindustrie anstelle von Kollagen gespritzt werden, um die Bildung kleiner Fältchen einzudämmen. Entsprechend wird es als Anti-Aging-Produkt hilfreich angewandt.