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Bienengift

Bienengift besteht zu ca. 50 % aus Melittin, welches entzündungshemmend wirkt. Weitere Bestandteile sind Enzyme und Histamin. Daher wird Bienengift auch in der Medizin verwendet. Durch Drahtstromfallen kann das Bienengift für medizinische Zwecke gewonnen werden. Der medizinische Begriff für das Bienengift ist Apitoxin. Durch das Bienengift wird die körpereigene Bildung von Cortisol angeregt und der Aufbau der roten Blutkörperchen gefördert.

Im Durchschnitt müssen etwa 1.000 bis 3.000 Bienen einmalig "gemolken" werden um ein Gramm Bienengift zu erhalten. Früher mussten die Bienen bei der Gewinnung des Bienengiftes sterben, heute übliche, moderne Verfahren ermöglichen eine Gewinnung, ohne der Biene zu schaden.
Das Bienengift hat eine gelblich-braune Färbung und einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5.

Wie wird Bienengift hergestellt?

Eine Biene besitzt in ihrem Hinterleib zwei Drüsen, in denen sie die Komponenten des Gifts produziert. Dabei handelt es sich um je eine saure und eine alkalische Drüse. Das aus ihnen austretende Sekret sammelt sich in der sogenannten Giftblase zusammen, die bei Jungbienen noch leer ist und sich erst im Laufe der Zeit füllt, so lange sie sich noch im Innendienst befinden. Während ihres späteren Wächterdienstes ist der Vorrat an Gift im Hinterleib am höchsten. Für die Biene selbst ist ihr eigenes Gift tödlich. Kämpfen zwei Bienen miteinander, handelt es sich dabei um einen Kampf, bei dem mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der Insekten sein Leben verlieren wird. Dies kommt vor, wenn zwei Tochterköniginnen sich im Bienenstock begegnen, da nur eine diese Position einnehmen kann.

Bienengift kann heutzutage mit unterschiedlichen Methoden gewonnen werden. Am weitesten verbreitet ist die Methode, bei der die Tiere durch elektrische Reize zur Abgabe des Stoffs aus dem Körper gezwungen werden. Das austretende Gift trocknet dann auf speziellen Glasplatten oder es wird zwischen zwei Folien aufgefangen, von denen eine von den Tieren durchstochen wird. Die Variante mit den Folien eignet sich vor allem, wenn das Bienengift in hochreiner Form gewonnen werden soll, dann kann es später für Injektionen genutzt werden. Bei der Lagerung auf der Glasplatte kommt das Bienengift in der Regel später für kosmetische Zwecke zum Einsatz.

Die Biene befindet sich beim „Melken“ auf zwei Drähten, die leichte Stromstöße aussenden. Die Tiere können, während sie mit Stromstößen traktiert werden, nicht lokalisieren, woher der Schmerz kommt und stechen dann umgehend zu und sondern somit auch ihr Gift ab, sobald sich ihnen etwas nähert.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Bienengift

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Bienengift sind unter anderem Mellitin, Peptid 401, Hyaluronidase, Adolapin, Apamin, Cardiopep und sogenannte Proteaseinhibitoren. Diese Stoffe sind vor allem für die Produktion von Kortison verantwortlich, ihre Wirkung ist rund einhundert Mal höher als die von Hydrocortison. Weitere Wirkungen sind die Verlangsamung von Komplementkaskaden sowie die Hemmung von Thromboxan- und Leokotriensynthesen. Ebenfalls kommen in Bienengift Noroadrenalin, Serotonin und Dopamin vor. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Bienengift zudem eine antibakterielle und antimykotische Wirkung mit sich bringt.

Anwendungen von Bienengift in der Medizin

Häufig kommt Bienengift zum Einsatz, um Entzündungen des Gelenkapparats oder Rheuma zu lindern. Auch bei Narben sowie klassischen Sportverletzungen dient Bienengift als wirkungsvolles Naturheilmittel, da es die Durchblutung fördert.
Wird Bienengift allerdings zu hoch dosiert, kann es passieren, dass der Patient sich fühlt, als sei er tatsächlich von einer Biene gestochen worden. Dann schwillt die behandelte Stelle an, rötet und erhitzt sich. In diesem Fall sollte die Haut für einige Zeit gekühlt werden, bis sie sich erholt hat. Überschüssiges Bienengift kann man alternativ mit einer fettreichen Salbe von der Haut abwischen. Es gibt heutzutage durchaus Menschen, die sich bewusst von einer Biene stechen lassen, allerdings stellen diese eher die Ausnahme dar.

Bei Kontakt mit dem Gift schüttet der Körper aus den Nebennierenrinden Cortisol aus. Die entzündungshemmende Wirkung lässt sich somit auf viele Beschwerden anwenden. Bislang konnte Bienengift allerdings nicht als Wirksubstanz patentrechtlich geschützt werden. Daher gibt es noch keine fertigen Produkte der Pharmaindustrie zu kaufen, wie es beispielsweise bei Propolis der Fall ist.

Bienengift in der Chinesischen Medizin

Weit verbreitet ist Bienengift in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Für gewöhnlich wird das Gift allerdings auf natürliche Weise injiziert, indem sich Patienten von einer Biene stechen lassen. In der Chinesischen Medizin wird davon ausgegangen, dass das Bienengift sogar gegen Multiple Sklerose, Krebs und Arthritis helfen kann. Die Therapie ist zwar sehr schmerzhaft, wird aber immer noch von tausenden Patienten in Asien genutzt.

Obgleich es bislang keinen wissenschaftlichen Nachweis über die heilende Wirkung gibt, nutzen Menschen auf der ganzen Welt Bienenstiche, um Erkrankungen zu therapieren. Mediziner empfehlen aus diesem Grund, die sogenannte Apitherapie, wie dieses Verfahren genannt wird, nicht als einzige Behandlung zu nutzen, sondern lediglich als Ergänzung anzusehen. Ein bekannter Bienenstich-Akupunkteur aus China ist Wang Menglin, der dieses Verfahren auch zur Prävention empfiehlt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Ärzte weisen darauf hin, dass Bienengift und Produkte, die Bienengift enthalten, möglichst nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden sollten. Ebenfalls sollte bei einer Bienengiftallergie dringend darauf verzichtet werden. Bei der erstmaligen Verwendung von Bienengift ist es außerdem anzuraten, dies unter ärztlicher Beobachtung bzw. mit einem Notfall-Set durchzuführen, in dem Prednisolon und Adrenalin enthalten sind. Treten bei der Anwendung große Quaddeln mit einem Durchmesser von mehr als 1 cm auf, sollte umgehend auf die weitere Behandlung verzichtet werden.