item

Bienenwachs gebleicht / Bienenwachs roh

Bienenwachs ist ein reines Naturprodukt, das sowohl in der Imkerei eine zentrale Rolle spielt als auch viele Einsatzgebiete in der Industrie und im privaten Gebrauch findet. Die hohe Reinheit und Ungiftigkeit erlaubt den Einsatz auch in Lebensmitteln, z.B. als Trennmittel von Weingummi. Die Bezeichnung E 901 in der Kennzeichnung auf Lebensmitteln deutet auf den Zusatzstoff Bienenwachs hin. Neben dem sattgelben Bienenwachs ist auch Bienenwachs gebleicht erhältlich. Im Handel gibt es zahlreiche unterschiedliche Formen und Varianten des Wachses, die auf die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten zugeschnitten sind.

Wichtige Informationen für unsere Kunden - Händler, Wiederverkäufer & Produzenten

Folgende Qualitäten sind verfügbar und können über uns bezogen werden:

  • Bienenwachs roh
  • Bienenwachs gefiltert, gelb
  • Bienenwachs gebleicht, weiß
  • Blöcke, Tafeln, Flakes, Granulat
  • konventionell, kbA (bio), Pharma + Kosmetik

Wie wird Bienenwachs produziert?

Bienenwachs wird von den Arbeitsbienen in einem fest definierten Lebenszyklus, nämlich zwischen dem 13. und 18. Tag ihres Lebens, hergestellt. Dann sind die dafür vorgesehenen Wachsdrüsen in ihrem Hinterleib besonders groß. Bienenwachs ist eine ureigene Bienensubstanz, die nicht durch Weiterverarbeitung und Umnutzung von externen Rohstoffen, sondern durch körpereigene Bienensekrete erzeugt wird. Damit steht das Wachs in einer Reihe mit dem Bienengift und dem Gelée Royale, dem Bienenköniginnenfutter. Bei der Erzeugung wird das Bienenwachs in flüssiger Form ausgeschieden, verändert sich bei der Abkühlung aber umgehend in schneeweiße Wachsplättchen. Die bekannte gelbe Farbe entsteht im Laufe der Zeit durch Pollen- und Propolisfarbstoffe.

Wozu Bienen den kostbaren Stoff brauchen

Aus dem Bienenwachs werden die Waben gebaut, in die der Honig eingelagert wird. Es handelt sich also um einen wichtigen Baustoff. Die daraus gebauten Waben dienen durch Vibrationen und individuellen Duft auch als Kommunikations- und Wiedererkennungsinstrument, und im Winter der Wärmeisolierung des Bienenstocks. Sie sind das Gerüst, auf dem das Bienenvolk lebt und arbeitet. Bei der Honigernte werden Wachs und der darin enthaltene Honig aus dem Bienenstock entfernt – die Bienen müssen damit beginnen, neue Waben zu bauen. Als Hilfsmittel wird ihnen vom Imker eine so genannte „Mittelwand“ zur Verfügung gestellt, die von beiden Seiten neu mit Waben aufgebaut wird. Diese Mittelwand besteht aus dünnen Wachsplatten mit dem typischen Wabenmuster und wird aus dem gereinigten Wachs der Bienen hergestellt.

Verwendungsmöglichkeiten von Bienenwachs

Das Wachs der Bienen ist ein ganz besonderer Stoff. Eine synthetische Nachahmung ist nicht möglich, weil bisher schon mehr als 300 unterschiedliche Bestandteile in der Zusammensetzung nachgewiesen werden konnten. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften kann Bienenwachs vielfältig genutzt werden:

  • In der Pharmazie wird Bienenwachs wegen seiner antibiotischen Eigenschaften geschätzt und wandert in Salben, medizinische Cremes, Pasten und Pflaster. Das dabei verwendete Wachs muss den Ansprüchen des Europäischen Arzneibuches (Ph. Eur.) genügen.
  • Die Lebensmittelindustrie nutzt Bienenwachs als Trennmittel, Füllstoff oder in Überzügen, etwa bei Gummibärchen oder Gebäck. Manchmal findet man auch ein Wabenstück im Honig. Das gereinigte, reine Bienenwachs gilt als unbedenklich und nicht allergen. Es unterliegt der Lebensmittelgesetzgebung.
  • Im Kosmetikbereich kann Bienenwachs zwar nicht direkt eingesetzt werden, weil es zu hart ist. Verflüssigt kann es aber wegen seines hohen Wasserrückhaltevermögens als Emulgator dienen, etwa in Lotionen, Lippenstiften, Wimperntusche oder Cremes.
  • Ein nur noch kleiner Teil von Bienenwachs wandert in die industrielle Kerzenherstellung. In dem Falle greift das Gütezeichen RAL-GZ041. Heutzutage wird aber mehr auf künstlich erzeugte Wachse zurück gegriffen. Manche Imker oder Kunsthandwerker bedienen sich allerdings nach wie vor des Bienenwachses zur manuellen Herstellung hochwertiger Kerzen. Dabei wird das gelbe Wachs bevorzugt, nicht das Bienenwachs hell gebleicht verwendet.
  • Auch in Reinigungsmitteln wie Möbelpolitur, Lederbalsam oder in Künstlerzubehör (gewachstes Papier, Ölkreiden) wird das Bienenwachs verwendet.

Bienenwachs kaufen

Wird Bienenwachs abseits der Imkerei verwendet, ist es in der Regel gereinigt und von Rückständen befreit. Auch die farbgebenden Stoffe werden dabei entfernt und es entsteht gebleichtes Bienenwachs, das so genannte „Cera alba“. Bienenwachs gebleicht wird meist in Form von Pellets oder Pastillen angeboten. Dabei ist unbedingt auf hochwertige Qualität zu achten. Denn das Wachs absorbiert Rückstände wie Pestizide aus dem Honig, der dadurch zum besonders reinen und wertvollen Lebensmittel wird. Diese Rückstände müssen aber vor der Weiterverarbeitung des Wachses aus diesem herausgefiltert werden.

Man kann das Bienenwachs in unterschiedlichen Formen kaufen, je nachdem, wozu es dienen soll. In Form von dünnen Waben-Platten ist es beispielsweise für die Herstellung von gerollten Kerzen geeignet. Bienenwachs gebleicht in Pastillenform ist ebenfalls zum Kerzengießen geeignet und kann bunt eingefärbt werden. Mit dem Zusatz „in Kosmetikqualität“ können die Pastillen eingeschmolzen und als Konsistenzgeber für die Herstellung eigener Kosmetika verwendet werden. Das Wachs besitzt auch eine leicht konservierende Wirkung. Ähnliche Verwendungsmöglichkeiten bieten auch Blöcke aus Bienenwachs.

Fazit

Bienenwachs ist ein oftmals unterschätztes Produkt in der Imkerei, das auch in vielen Alltagsbereichen verwendet wird. Als harmloser, aber wegen seiner Eigenschaften geschätzter Lebensmittelzusatzstoff unterliegt es keiner Mengenbeschränkung. Es wird unverdaut wieder ausgeschieden. Kerzen aus Bienenwachs verbrennen aschefrei, da keine mineralischen Bestandteile enthalten sind. Dafür duften sie herrlich aromatisch. Und in der Kosmetikindustrie gilt Bienenwachs als nicht allergener, natürlicher Emulgator. Der Naturstoff eignet sich auf mancherlei Weise für die Herstellung eigener Produkte.

Quellen:

Spürgin, Armin: Bienenwachs, Gewinnung – Verarbeitung - Produkte. Verlag Eugen Ulmer 2014

Ahnert, Petra: Bienenwachs Werkstatt. Kerzen, Seifen, Kosmetik und Deko selber machen. Landwirtschaftsverlag 2016