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Chromhefe

Chromhefe gehört zu den Mineralhefen. Der metallische Mikronährstoff wird im Bereich der Nahrungsergänzungen sowohl in der Tiermedizin wie auch in der Schulmedizin als dreiwertiges Chrom eingesetzt. Toxische Formen des Chroms sind beispielsweise zweiwertiges und sechswertiges Chrom.

Im menschlichen Organismus nimmt das Spurenelement Chrom zahlreiche Aufgaben wahr. Dieser Mikronährstoff ist am Stoffwechsel von Makronährstoffen wie Proteinen, Kohlenhydraten oder Lipiden beteiligt. Vor allem wirkt Chrom im Zuckerstoffwechsel regulierend auf den Blutzuckerspiegel ein. Ohne Beteiligung von Chrom wäre das Insulin völlig wirkungslos.

Organische und anorganische Chromverbindungen

Um die Wirkungen von Chromhefe zu verstehen, muss man den menschlichen Organismus besser verstehen. Unser Körper tut sich bei manchen Stoffen schwer, sie zu resorbieren. Mit der Aufnahme von Chrom tut er sich besonders schwer. Chrom hat zum einen eine schlechte Bioverfügbarkeit. Das meiste wird ungenutzt ausgeschieden. Um eingeschleust zu werden, muss Chrom an Nahrungsmoleküle gebunden werden. Daher nimmt der Körper es aus Nahrungsergänzung unterschiedlich gut auf, wenn es an organische oder anorganische Substanzen gebunden ist. Organische Chromhefe ist jedoch als Nahrungsergänzung geeignet, um die Chromversorgung zu verbessern.

Wenn Chrom in Nahrungsmitteln vorkommt, dann liegt meist eine Mischung organischer und anorganischer Chromverbindungen vor. Die organischen Chromanteile sind deutlich besser bioverfügbar, da sie in der Regel Kohlenhydrate enthalten. Die Bioverfügbarkeit ist dadurch zehnmal höher als bei anorganisch gebundenem Chrom. Der Hauptgrund für die niedrige Bioverfügbarkeit des Chroms liegt an mangelnder Wasserlöslichkeit für die meisten Chromverbindungen. Wird eine nicht wasserlösliche Chromverbindung in einem Nahrungsergänzungsmittel verwendet, wird dieses mit einer sehr geringen Bioverfügbarkeit auffallen. Wenn der Blutzuckerspiegel mittels Chromhefe stabilisiert werden soll, kommt es also darauf an, die richtige Chromverbindung zu nutzen.

Chromhefe und ihre Bedeutung

Diese Mineralhefe spielt eine besondere Rolle bei der Prävention und der Behandlung von Diabetes. Die Zuckererkrankung ist durch die moderne und sehr kohlenhydratreiche Ernährung eine immer häufiger auftretende Erkrankung. Die kohlenhydratreiche Ernährungsweise vieler Menschen lässt den Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren. Mit der Zufuhr von Chromhefe kann der Blutzuckerspiegel eine Stabilisierung erfahren.

Zu einem Mangel an Chrom im Organismus kommt es oft gerade bei den Personen, die das Spurenelement am dringlichsten benötigen würden. Problematisch ist beispielsweise, dass Menschen mit zunehmendem Alter immer weniger Chrom im Organismus speichern können. Chrommängel entstehen auch durch einen Teufelskreis: Ein niedriger Chromspiegel führt zu einem vermehrten Zuckerkonsum. Dieser wiederum baut noch mehr Chromvorräte ab. Das wiederum erhöht den Mangel - und damit erneut den Zuckerkonsum.

Durch den latenten oder gravierenden Mangel an diesem Spurenelement kann es zu Bluthochdruck, Arteriosklerose oder eben Diabetes kommen. Störungen im Insulinstoffwechsel sind gefährlich, weil sie eine der wichtigsten Ursachen von Zivilisationserkrankungen sind. Mediziner stellen immer wieder fest, dass Menschen mit Herzinfarkten oder Angina-Pectoris deutlich niedrigere Chromwerte im Blut haben als Menschen, die keine arteriosklerotischen Beschwerden erkennen lassen. Den meisten Menschen ist auch nicht bewusst, dass ein Spurenelement wie Chrom bei Stress, hartem Sporttraining oder einer Infektion abgebaut wird.

Stress sorgt beispielsweise für eine gesteigerte Cortison-Freisetzung. Das erhöht den Glukoseverbrauch und mobilisiert außerdem Insulin und Chrom. Einmal mobilisiertes Chrom wird mit dem Urin ausgeschieden. Dauerstress führt folglich zu Chrommangel, Insulinresistenz und Glukose-Intoleranz. Das bedeutet auch, dass Leistungssportler, die hart trainieren müssen, sich mit Chromhefe einen ausgeglichenen Chromhaushalt beschaffen sollten. Athleten können sich so vor einem plötzlichen Abfall der muskulär gespeicherten Glykogen-Vorräte im Wettkampf schützen. Man könnte auch sagen, dass unter Chromeinfluss die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert.

Was kann Chromhefe noch bewirken?

Chrom kann auch im Fettstoffwechsel Auswirkungen haben. Der Gesamt-Cholesterol-Gehalt oder der Triglycerid-Spiegel sind mit Chromhefe positiv zu beeinflussen. Im Eiweißstoffwechsel ist resorbierbares Chrom am Einbau diverser Aminosäuren ins Herzgewebe beteiligt. Je nach Dosis kann Chromhefe bei der Bildung von Ribonukleinsäure positiv mitwirken. Es macht also Sinn, Diabetikern und übergewichtigen Menschen Chromhefe mit geeigneten Dosen Chrom zu verabreichen. Zu beachten ist bei Diabetikern, dass unter Gabe von Chrom die Medikamentendosis meist verringert werden muss. Vitamin C kann die Chromverwertung erheblich verbessern. Bei Diabetes-Patienten mit Herzfunktionsstörungen können chromhaltige Supplemente wie Chromhefe die Herzfunktion verbessern.

Chromhefe in der Tiermedizin

Chromhefe wird auch bei der Behandlung von Pferden eingesetzt, vor allem wenn die Tiere an EMS/IR erkrankt sind. Im Grunde handelt es sich dabei um eine vergleichbare Problematik wie Diabetes beim Menschen, nämlich eine Insulinresistenz. Die Folge davon ist, dass die betroffenen Pferde ihr Sättigungsgefühl verlieren. Sie werden dann mit Chromhefe behandelt. Dadurch kann die Glucose wieder in die Zellen eingeschleust werden. Chromhefe gilt aber nur als ein Pfeiler der Therapie. Dazu gehören auch viel Bewegung, eine hochwertige Ernährung und eine tiergerechte Haltung.

Unter dem Einfluss der Chromhefe bauen die Tiere die eingelagerten Fettpolster wieder ab. Es dauert allerdings einige Wochen, bis die Chromhefe überhaupt Wirkung zeigt. Gegebenenfalls wird die Chromhefe im Trinkwasser der Tiere aufgelöst, wenn sie anders nicht zugeführt werden kann. Bei Pferden, die an PSSM erkrankt sind, darf Chromhefe nicht gegeben werden.