Ginseng rot

Seid tausenden Jahren ist Ginseng als Heilmittel in der traditionellen asiatischen Medizin bekannt. Seine erste schriftliche Erwähnung geht zurück ins Jahr 40 v. Chr. Ginseng wird oft als Allheilmittel betrachtet. Er ist Symbol für Gesundheit, Kraft und ein langes Leben.
Heute zählt Ginseng zu den bestuntersuchtesten Heilpflanzen überhaupt. Zahlreiche Studien belegen verschiedene Wirkungsweisen des Ginseng.
Inzwischen ist Ginseng auch in der westlichen Medizin als Heilmittel anerkannt. Er dient zur Vorbeugung oder der direkten Behandlung von Krankheiten. Besonders roter Ginseng zählt zu den wertvollsten und teuersten Heilmitteln.

Entstehung des roten Ginsengs

Der originale und qualitativ hochwertigste Ginseng stammt aus Korea. Weitere Ginsengformen sind chinesischer, japanischer, sibirischer oder amerikanischer Ginseng.
Es wird zwischen rotem und weißem Ginseng unterschieden. In der Natur kommt Ginseng nur in weißer Form vor.
Roter Ginseng unterscheidet sich deutlich vom weißen Ginseng, auch wenn beide aus dem gleichen Wurzelstock kommen. Die rote Variante wird anders gezogen und bearbeitet.
Er entsteht durch ein bestimmtes Konservierungsverfahren. Durch eine längere Wachstumsdauer ist er reicher an Wirkstoffen und von besserer Qualität.

Der rote Ginseng wurde von den Koreanern aus der Not heraus erfunden. Die getrockneten weißen Ginsengwurzeln schimmelten häufig auf den Transporten, was zu hohen Verlusten für die Händler von Ginseng führte, der damals mit Gold aufgewogen wurde.
Um Abhilfe zu schaffen wurden die gerade geernteten Wurzeln für 2-3 Stunden mit Wasserdampf behandelt und anschließend getrocknet, manchmal auch gepresst.
Der in der Wurzel enthaltene Zucker reagiert durch den heißen Wasserdampf mit den Aminosäuren und als Folge verändert sich die Farbe der Wurzeln ins Rötliche. Der Ginseng war so für lange Zeit konserviert.

Durch die Dampfbehandlung gehen hitzeempfindliche Wirkstoffe verloren. Um Qualitätsverluste zu vermeiden, muss roter Ginseng mindestens zwei Jahre länger wachsen, als weißer Ginseng. Wenn Ginseng rot gekauft wird, sollte daher unbedingt auf das Alter geachtet werden. Er ist als Ginseng Wurzelpulver oder in Kapselform erhältlich.

Anbau des Ginsengs

Ginseng (Panax Ginseng) ist eine Berg- und Waldpflanze und kommt in den nördlichen Regionen Koreas, Chinas und im Südosten Sibiriens vor. Ideale Wachstumsbedingungen für die Pflanze sind heiße Tage und kalte Nächte, sowie eine bestimmte Bodenbeschaffenheit.
Ginseng zählt zur Familie der Araliengewächse. Die Pflanze wird bis zu 80 cm hoch. Seine Blütendolden sind gelblich-weiß mit roten Früchten. Für die Medizin ist jedoch nur die Wurzel interessant.
Ginseng wird heute weltweit angebaut. Der Anbau ist sehr aufwendig und in Asien immer noch Handarbeit. Da roter Ginseng sechs Jahre wachsen muss, ist neben fachkundigem Wissen auch viel Geduld erforderlich, um eine gute Qualität zu erzielen. Zudem müssen die Felder nach der Ernte etwa zehn Jahre brach liegen, damit sich der Boden erholt.

Wirkung und Anwendung

Hauptwirkstoff des Ginsengs sind die zu den Saponinen gehörenden Ginsenoside. Sie befinden sich in der Wurzelrinde, vor allem in den dünnen Wurzelenden. Je älter die Ginsengpflanze, desto mehr werden die feinen Wurzelhärchen ausgebildet, was eine höhere Konzentration an Ginsenosiden und somit eine bessere Qualität zur Folge hat.
Die für Deutschland erlassenen Vorschriften regeln den Gehalt von Ginsenosiden in Ginsengprodukten auf mindestens 1,5 %. Im weißen Ginseng kommen etwa 13 verschiedene Arten von Ginsenosiden vor, im roten bis zu 28. Das macht ihn umso wirkungsvoller in seiner Anwendung.
Ginsenoside regulieren den Blutdruck, stimulieren den Kreislauf und beruhigen die Nerven.

Der rote Ginseng hat drei unterschiedliche Wirkungseigenschaften.

  • Die adaptogene Wirkung sorgt für den Ausgleich von Unter- und Überfunktionen.
  • Die immunmodulierende Wirkung unterstützt die Stärkung der Abwehrkräfte.
  • Die antioxdative Wirkung trägt zur Bindung freier Radikale im Körper bei und verhindert so deren negativen Einfluss auf Zellen und Organe. Eine Verkalkung der Zellen kann aufgehalten werden.

Gute Resultate mit rotem Ginseng wurden besonders nach Operationen und in der Rekonvaleszenzphase erreicht. Auch in der Altersheilkunde stellt er einen wichtigen Bestandteil dar. Die Merkfähigkeit nimmt zu, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität werden verbessert.

Weitere Inhaltsstoffe wie die Peptide regulieren den Insulinspiegel, Phenole helfen bei Stress.
Die im Ginseng enthaltenen ätherischen Öle (Stoffe wie Polyazetylene) wirken als Zellgift gegen Tumorzellen. Sie unterstützen die Fließfähigkeit des Blutes und verhindern das Verkleben von Blutplättchen. Ginseng kann der Vorbeugung von Schlaganfällen oder Herzinfarkten dienen.

Die Nebenwirkungen bei der Einnahme von Ginseng sind moderat. Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Bei Zweifeln sollte auf jeden Fall ein ärztlicher Rat vor der Einnahme von Ginsengpräparaten eingeholt werden.

Fazit

Roter Ginseng ist eines der wertvollsten natürlichen Heilmittel. Mit seiner Vielzahl an Wirkstoffen kann er bei verschiedensten Krankheiten erfolgreich eingesetzt werden.