item

Ginsengwurzel

Schon vor Jahrtausenden wurde die medizinische Wirkung des Ginsengs entdeckt. Im Zentrum des Interesses steht seither in erster Linie die Ginseng Wurzel. Weltweit, auch in Deutschland, wird „Panax ginseng“ angebaut. Der botanische Name stammt aus dem Griechischen, wo Panax für „allheilend“ steht. Was genau ist also dran an der merkwürdigen Wurzel?

Die Wurzel von Panax ginseng

Ginseng zählt zu den Efeugewächsen und wächst oberirdisch als krautige Pflanze mit einer Höhe von bis zu 80 Zentimetern. Ab dem vierten Jahr trägt sie leuchtend rote Früchte, die mit den Samen bestückt sind, die zur Vermehrung benötigt werden. Erst ab diesem Zeitpunkt kann die Heilpflanze auch für medizinische Zwecke verwendet werden. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien ergeben haben, steckt die Heilkraft des Ginsengs insbesondere in der Wurzel. Diese Wurzel macht schon alleine durch ihre eigenartige Wuchsform auf sich aufmerksam, denn sie erinnert stark an die Form des menschlichen Körpers. In China hat sie deshalb auch den Namen „Menschenwurzel“ (Jen Shen).

Wichtige Informationen für unsere Kunden - Händler, Wiederverkäufer & Produzenten

Die in Europa erhältlichen Ginseng Wurzeln stammen überwiegend aus der Volksrepublik China oder aus Korea. Aufgrund des langsamen Wachstums der Pflanze (sie blüht das erste Mal nach ca. 3 bis 4 Jahren) sind die Wurzeln und andere Bestandteile der Pflanze nur gegen einen entsprechenden Preis erhältlich. Insbesondere größere, ältere Wurzeln mit einem hohen Ginsenosiden-Gehalt sind oftmals recht teuer.

Folgende Qualitäten sind bei uns erhältlich:

Was in der Ginseng-Wurzel steckt

Vor allem in der äußeren Wurzelrinde lagern sich die Wirkstoffe der Heilpflanze an. Interessant ist, dass die kleinen Nebenwurzeln offensichtlich einen höheren Wirkstoffgehalt besitzen als die Hauptwurzel oder der Wurzelhals. Bei den Wirkstoffen handelt es sich vor allem um Ginsenosid-Verbindungen, von denen derzeit etwa dreißig verschiedene bekannt sind. Diese zur Gruppe der Saponine zählenden Inhaltsstoffe können Einfluss auf das Immunsystem und das Hormonsystem nehmen sowie antibiotisch, antientzündlich, krampflösend und allgemein kräftigend wirken. Ergänzt werden die Ginsenoside durch ätherische Öle mit herzschützender Wirkung, Phenole mit schmerzstillenden und antibakteriellen Eigenschaften, insulinähnlich wirkenden Peptiden, dazu Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie wertvolle Fett- und Aminosäuren. Alles zusammen macht die Wirkung der Ginseng-Wurzel aus. Die therapeutischen Effekte der Ginseng-Wurzel sind wissenschaftlich gut belegt, da kaum eine Heilpflanze derart intensiv beforscht wurde und noch wird wie diese erstaunliche Wurzel. Welches sind die positiven Gesundheitswirkungen?

Nutzen der Ginseng-Wurzel für den Menschen

Die Ginseng-Wurzel besitzt eine so genannte „adaptogene“ Wirkung. Das heißt, es wird nicht durch eine besondere Wirkung eine bestimmte Erkrankung bekämpft. Stattdessen wird der gesamte Organismus gestärkt und damit befähigt, sich gegen die gerade bestehende Gesundheitsbeeinträchtigung zur Wehr zu setzen. Hier wird die Bezeichnung „Allheilmittel“ verständlich. Die Wirkstoffe der Ginseng-Wurzel richten sich gegen die Beschwerden, die den Körper gerade plagen, indem sie ihm ermöglichen, sich anzupassen (engl. to adapt = sich anpassen) und genau die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren, die er braucht. Nachgewiesen wurden daher auch vielfältige Einsatzmöglichkeiten, etwa ein schwaches Immunsystem sowie allgemeine Schwäche, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch Stress, Konzentrationsschwäche oder Wechseljahresbeschwerden sind bewährte Einsatzgebiete. Die traditionelle Medizin Chinas und Koreas setzt die heilende Wurzel auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Magen-Darm-Problemen, Leberleiden und Mundgeruch ein. In der westlich geprägten Medizin gilt die Ginseng-Wurzel als allgemein stärkendes und aufbauendes Mittel, etwa nach überstandener Krankheit.

Wie wird Ginseng-Wurzel verwendet?

Die Ginseng-Wurzel kann als Präparat vom Roten Ginseng oder vom Weißen Ginseng gekauft werden. Beide stammen von derselben Pflanze, die Wurzeln sind allerdings unterschiedlich alt und werden nach der Ernte unterschiedlichen Verarbeitungsverfahren unterzogen. Die weiße Ginseng-Wurzel wird nach vier Jahren geerntet und in der Sonne getrocknet. Sie behält dadurch ihre natürlich helle Farbe. Die rote Ginseng-Wurzel wird erst nach sechs Jahren geerntet und vor der Trocknung mit Wasserdampf behandelt. Durch das Karamellisieren des Fruchtzuckers bei diesem Vorgang entsteht die rötliche Farbe. Das führt zu längerer Haltbarkeit, gleichzeitig aber auch zu leichten Wirkstoffverlusten. Um diese auszugleichen, erfolgt die um zwei Jahre verlängerte Wachstumszeit. Aus der getrockneten Wurzel werden Ginseng Wurzelabschnitte für Tee, loses Ginseng Pulver zum Beimischen in Flüssigkeit, Kapseln und Dragees zur leichteren Dosierung und Einnahme, außerdem Extrakte, Tonikum, Lutschtabletten und andere Fertigpräparate hergestellt.

Mögliche Nebenwirkungen der Ginseng-Wurzel

Präparate aus der Ginseng-Wurzel gelten in Deutschland als frei verkäufliche Arzneimittel. Sie müssen also eine nachweisbare Wirkung besitzen, qualitätsgeprüft sein und einen Mindestgehalt an Ginsenosiden haben (nach Deutschem Arzneimittelbuch mindestens 1,5 Prozent).

Die Wirkung ist erst nach mehrwöchiger Einnahme zu erwarten. Da ein anregender Effekt gegeben ist, kann die Ginseng-Wurzel andere anregende Mittel in ihrer Wirkung verstärken, Nervosität und Unruhe hervorrufen. Auch bestimmte Medikamente können in ihrer Wirkung beeinflusst werden, eine Einnahme ist also mit dem Arzt abzusprechen. Da die Ginseng-Wurzel auch das Immunsystem befeuert, gelten Autoimmunerkrankungen als Gegenanzeige.

Fazit

Die Ginseng-Wurzel ist ein bewährtes, gut erforschtes Heilmittel der traditionellen Medizin und Naturheilkunde, das auch in der Schulmedizin inzwischen seine Anerkennung gefunden hat. Es gilt als Adaptogen, das den Organismus in die Lage versetzt, mit auftretenden Krankheitssituationen besser umzugehen und wird deshalb als allgemeines Stärkungsmittel geschätzt.