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Guarana

Wer hätte nicht gerne vor schwierigen Prüfungen, langen Konferenzen, anstrengenden Autofahrten oder nach einer schlaflosen Nacht ein „Wach-mach-Mittel“ zur Hand? Mit Guaraná ist genau so ein natürliches Aufputschmittel vorhanden. Die exotische Pflanze aus dem Dschungel wird gerne als Ersatz für Kaffee getrunken, ist aber mehr als nur ein Wachmacher. Viele gute Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass Guaraná auch in anderen Bereichen gute Dienste leisten kann.

Wichtige Informationen für unsere Kunden - Händler, Wiederverkäufer & Produzenten

Folgende Eigenschaften unseres Produktes sind besonders hervorzuheben:

  • Koffeinhaltiges Pulver, gewonnen aus dem Samen der in Brasilien
    wildwachsenden Schlingpflanze Paullina cupana
  • Gehalt an Koffein mindestens 3 %
  • Das Produkt kann als Lebensmittel verwendet werden.

Die Verpackung erfolgt in 25 kg Säcke oder Trommeln, was auch der Mindestabnahmemenge entspricht.

Übersicht der Produktspezifikation

Produktbeschreibung

Koffeinhaltiges Pulver, gewonnen aus dem Samen der in Brasilien wildwachsenden Schlingpflanze Paullina cupana

Anwendungsempfehlung

Lebensmittel

Lagerung

An einem sauberen, kühlen, dunklen und trockenen Ort

Mindesthaltbarkeit

7 Jahre bei richtiger Lagerung

Ursprungsland

Brasilien

Eine vollständige Übersicht inklusive Angaben zu weiteren Eigenschaften, mikrobiologische Angaben, Angaben zur Eignung für spezielle Ernährungsformen sowie zu enthaltenen Allergenen und Unverträglichkeiten finden Sie im Dokument zur Produktspezifikation.

Dokument zur Produktspezifikation

Detaillierte Nährwertangaben können auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden.

Herkunft, Ernte und Verarbeitung

Die Guaranápflanze, die auf den botanischen Namen Paullinia cupana hört, ist eine Lianenpflanze und zählt zu den Seifenbaumgewächsen. Ihre Heimat ist die Amazonasregion. Dort wächst sie zwischen vielen anderen Pflanzenarten, wird also nicht in Monokultur angebaut. Der Strauch, der bis zu 15 Metern hoch werden kann, ist als Jungpflanze verholzt und fest, wird aber im Alter immer weicher und erinnert dann an Lianen. Die wunderschönen, rot leuchtenden Blütenstände tragen kapselförmige Früchte mit kleinen schwarzen Samen. Ist die Frucht reif, öffnet sie sich und sieht dann aus wie ein Auge, was ihr den Namen „Auge des Waldes“ einbrachte. Dieses magische Auge ist einer der Gründe, warum die Frucht schon bei den Ureinwohnern fester Bestandteil diverser Zeremonien war.

Die Ernte der Guaranásamen ist schwierig, da Paullinia cupana vereinzelt wächst und oft lange Transportwege durch unwegsames Gelände in Kauf genommen werden müssen. Geerntet werden die ganzen Früchte, die in Säcke gefüllt und mehrere Tage gelagert werden. Dadurch lösen sich die Kerne aus den Schalen. Um sie komplett von allen Schalenresten zu befreien, werden die Samen von Hand verlesen, gewaschen und schließlich in der Sonne getrocknet. Auch die verbleibenden Schalen werden noch verwendet: Sie werden zu natürlichem Dünger verarbeitet.

Sind die Samen bis auf einen Restfeuchtigkeitsgehalt von maximal 7 Prozent getrocknet, werden nochmals Staub und Schmutz entfernt und alles zu feinem Pulver vermahlen. Das Pulver ist relativ geruchlos und schmeckt leicht bitter.

Koffein: Der begehrte Inhaltsstoff von Guaraná

Guaraná gilt als Stoff gegen das „Schlappmachen“ schlechthin. Das liegt am besonders hohen Koffeingehalt. Genauer gesagt am hohen Gehalt an Guaranin, das dem Koffein sehr ähnlich ist. Diese Bezeichnung wird aber heute kaum mehr verwendet. Der natürliche Koffeingehalt im Guaranásamen hat allerdings eine Tücke: Er schwankt sehr stark von Pflanze zu Pflanze und in Abhängigkeit von Anbaugebiet und Herstellungsverfahren. Er kann im Pulver zwischen 0,9 und 7,6 Prozent variieren. Damit ist Guaraná bis zu dreifach stärker als die gleiche Menge Kaffee.

Das Koffein in Guaraná wirkt etwas anders als das in Kaffeebohnen. Es ist bei Guaraná an Gerbstoffe gebunden, die es erst nach und nach im Magen-Darm-Trakt freisetzen und an die Blutbahn abgeben, wo es dann bis zu sechs Stunden lang seine Wirkung halten kann. Dem gegenüber verliert das Koffein aus Kaffee schnell wieder seine stimulierende Kraft. Zudem ist das Koffein aus Guaraná magenfreundlicher, schonender und bekömmlicher.

Koffein wirkt nicht nur als Muntermacher. Auch die allgemeine Leistungsfähigkeit, die Konzentration und die Gedächtnisleistung sollen sich damit steigern lassen. Es wirkt auch anregend auf das Herz-Kreislauf-System, den Verdauungstrakt und die Nieren.

Welche weiteren Wirkstoffe machen Guaraná für uns interessant?

Natürlich stecken in der alten Medizinpflanze der Indios noch andere Inhalts- und Wirkstoffe als „nur“ Koffein. Tannine (Gerbstoffe) mit keimtötendem und zusammenziehendem Effekt, Saponine (Seifenstoffe) mit antifungizider und entwässernder Wirkung, stimulierendes Theophyllin und Theobromin (wirken auf Muskulatur und Herz), stoffwechselaktives Cholesterol, dazu pflanzliche Fette, Harze und Pektine sind weitere wichtige Inhaltsstoffe der Amazonaspflanze. Alles zusammen macht aus dem Samenpulver inzwischen auch einen interessanten Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. (1)

Das „Auge des Waldes“ und seine Anwendungsgebiete

Die indigenen Völker des Amazonasbeckens nutzten Guaraná traditionell als anregendes und stärkendes „Allroundmittel“. Es sollte den Geist schärfen, die Potenz steigern und Kopfschmerzen betäuben. Zusammen mit Maniokstärke und Wasser wurden aus Guaranápulver die „Bastones“ hergestellt. Nach dem Trocknen und Aushärten der Masse entstand eine Art früher Müsliriegel, der bei Müdigkeit schnell neue Energie liefern konnte. In den 1940er Jahren war Guaraná volksheilkundliches Mittel gegen Kopfweh und Migräne, Krämpfe und Fieber, und schon damals wiesen erste Studien auf seine Wirksamkeit hin. Wegen seiner antibakteriellen Wirkung kommt Guaraná auch bei Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden zum Einsatz. Die Kommission D des BGA/BfArM gibt als einziges Anwendungsgebiet von homöopatischen Zubereitungen aus Guaranásamen Kopfschmerzen an. (2)

Seit den 1980er Jahren wurde die Forschung intensiviert, vor allem auf Betreiben der Industrie. Die erkannte nämlich auch den positiven Effekt der Pflanzenstoffe auf die Haut und plante die Wirkstoffe in der Kosmetikherstellung zu nutzen. Seither findet man Guaraná in diversen Hautpflegeprodukten, vor allem Anti-Cellulite-Cremes, in Shampoos gegen fettiges Haar und anderen Kosmetika.

Guaraná gilt auch als hervorragendes Anti-Kater-Mittel, weil es das Herz-Kreislauf-System schnell wieder in Schwung bringt. Sportler schätzen das Pulver zur Leistungssteigerung. Einen positiven Effekt auf das Gewicht, wie oft behauptet wird, hat die Verwendung der Pflanze allerdings nicht. Zwar kann das Hunger- und Durstgefühl für kurze Zeit unterdrückt werden, und der Energieverbrauch steigt leicht an. Um einen echten Abnehmeffekt zu erzielen, müsste allerdings eine so hohe Dosis aufgenommen werden, dass es die Gesundheit ernsthaft gefährden würde.

Darreichungsformen und Dosierung

Guaraná wird als loses Pulver, in Form von Kapseln, Tabletten und in vielen Produkten als Nahrungsmittel-Zusatzstoff angeboten. So wandert es beispielsweise in Kaugummi, Schoko-Eiweiß- und Müsli-Riegel, Getränke (-Konzentrate), Trinkfläschchen, Bonbons und andere Süßigkeiten. Eine häufige Anwendungsform ist das Pulver, das als Tee getrunken wird.

Problematisch ist die Dosierung von Guaranápulver. Wer meint, viel hilft viel, der irrt. Eine Überdosierung steigert die Wirkung nicht, kann aber zu unerwünschten Folgen führen. Wichtig zu wissen ist, dass bei losem Pulver in Deutschland der jeweilige Koffeingehalt des Produktes angegeben werden muss, um ein Zuviel zu vermeiden. Damit wird den großen Schwankungen im Koffeingehalt begegnet, die leicht zu Fehldosierungen führen können. Tabletten und Kapseln sind hingegen standardisiert und bei Einhalten der Dosierungsempfehlungen ungefährlich.

Gibt es Nebenwirkungen und Gegenanzeigen?

Koffein kann zu mehr oder weniger starken Nebenwirkungen führen. Dazu gehören Herzrasen (Tachykardie), Ruhelosigkeit, Nervosität, erhöhte Reizbarkeit, Zittern, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen. Da bei regelmäßiger Anwendung eine Art „Suchteffekt“ eintritt, können beim Absetzen der Produkte leichte Entzugserscheinungen auftreten.

Schwangere, Stillende, Menschen mit chronischen Kopfschmerzen und Personen, die blutverdünnende Mittel einnehmen oder unter Bluthochdruck leiden, sollten kein Guaraná verwenden.

Fazit

Guaraná ist ein Wachmacher für jeden, der über einen längeren Zeitraum geistig und körperlich vital und fit sein will sowie für alle, die Kaffee nicht vertragen. Auch in der Kosmetik werden die Pflanzenstoffe als erfrischende und belebende Zusatzstoffe geschätzt. Zahlreiche Studien befassen sich mittlerweile mit den möglichen medizinischen Wirkungen und künftigen Einsatzmöglichkeiten von Paullina cupana. (1)

Quellen:

(1) www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

(2) Bundesanzeiger Nr. 109 a vom 16.6.1987: Monographie BGA/BfArM (Kommission D)