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Lavendelöl Fakten

Es gibt 3 Arten von Lavendel aus denen jeweils Lavendelöl unterschiedlicher Qualität gewonnen wird.

  • Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia)
  • Speik-Lavendel (Lavandula latifolia)
  • Lavandin (Lavandula hybrida)

Englischer Name: Lavender Oil

Ursprungsländer: Mittelmeerraum

Psychische Wirkung

Wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem, förderlich für Schlaf, höheres Konzentrationsvermögen (Studie).

Körperliche Wirkung

Gegen Infektionen

Aufgrund des sehr hohen Linaloolgehaltes sehr gute antimikrobiotische Eigenschaften. Beweis durch Dissertation: gut gegen Staphilococcus aureus. Dieser Erreger ist Auslöser von MRSA. Auch gut gegen Kolibakterien.

Für eine schönere Haut

Bessere Abheilung von Schwangerschaftsstreifen. Bei Psoriasis (Schuppenflechte) wirksam, verhindert die weitere Ausbreitung der Psoriasisflecken.

Gegen Akne und andere Hautkrankheiten

Durch die entzündungshemmende Wirkung kommt es zu einem reinigenden und desinfizierenden Effekt, dies beugt der Bildung von Akne vor, bei bereits vorhandener Akne positive Auswirkungen auf die Heildauer.

Gegen Haut- und Fußpilz

Exzellente Auswirkungen bei der Behandlungen jeglicher Pilzerkrankungen. Vor allem pur aufgetragen bei Nagel- und Fußpilz wirkt es bereits nach wenigen Anwendungen

Appetitlosigkeit und Magen-Darmprobleme

Fördert Bildung von Gallensaft, wirkt beruhigend auf die Muskulatur des Verdauungstraktes.

Wundheilung und Verbrennungen

Wegen antiseptischer und antibakterieller Wirkung wirkt Lavendelöl vorbeugend gegen Entzündungen offener Wunden. Wegen relativ hohen Gehalts an durchblutungsförderndem Kampfer dienlich der Heilung. Nicht anwenden bei noch blutenden Wunden.

Bei Schmerzen

Gute schmerzstillende Eigenschaften, kann unter anderem bei rheumatischen Beschwerden zum Einsatz gebracht werden.

Nebenwirkungen

Bei überempfindlichen Personen kann es zu Hautausschlägen und allergischen Reaktionen führen. Über einen längerem Zeitraum oral eingenommen kann es zur Schädigung der Leber und diversen Vergiftungserscheinungen kommen. In diesem Fall dringendst einen Arzt aufsuchen.

Anwendungen

Äußerlich, gegen Entzündungen: 5 Tropfen Öl in 100 ml Wasser. Niemals in purer Form benutzen.

Bei Schmerzen, z. B. bei Zerrungen: 50 Tropfen Öl auf 50 ml Wasser. Anschließend einmassieren. Bei eiternden Wunden nicht mit Wasser sondern mit Alkohol mischen. Empfehlung: 60 ml Lavendelöl in1 Liter 80%igem Alkohol lösen. Anschließend vorsichtig auf die eiternde Wunde auftropfen.

Bei Verbrennungen: 100 ml Lavendelöl mit 0,5 l Olivenöl mischen und auf die Verbrennung aufbringen.

Bei Nesselsucht oder Neurodermitis: 1-2 Tropfen pur auftragen, nur lokal.

Wenn es ausdrücklich ausgewiesen ist dass das Öl zum Verzehr geeignet ist, sollte die Einnahme von 1-2 Tropfen unbedenklich sein, kann dann in ein Essen oder einen Saft beigemengt werden.

Chemische Zusammensetzung

Aus den 3 Lavendelsorten lassen sich Öle ganz unterschiedlicher Wirkstoffkonzentrationen gewinnen. Auch die Heilwirkung ist ganz verschieden. Hauptbestandteile von Lavendelöl sind Linalylacetat und Linalool. Es sind bisher ca. 200 unterschiedliche Substanzen nachgewiesen, nur die wenigsten sind bisher erforscht.

Linalylacetat: typischer Lavendelduft, für die Parfumherstellung. Gute Stabilität im basischen Milieu daher Einsatz oft in Seifen oder Waschmitteln. Gehalt an Linylacetat ist Kriterium für die Qualität. Je höher das Anbaugebiet liegt desto höher ist die Qualität. Natürliches Linalylacetat kann von synthetischem unterschieden werden, hochwertiges Lavendelöl besitzt geschützte Ursprungsbezeichnungen – ähnlich wie bei Wein.

Kampfer: durchblutungsfördernd, schleimlösend und bakterizid.

Cineol: antibakteriell und schleimlösend in der Lunge und Nasennebenhöhlen. Hemmung von Neurotransmittern die für die Verengung der Bronchien verantwortlich sind. Bei Asthma Verbesserung der Lungenfunktion durch reines Cineol unter ärztlicher Kontrolle. Auch bei COPD (Raucherlunge) als Zusatzmedikation.

Linalool: Geruchs- und Geschmacksstoff, Zwischenprodukt bei der Synthese von Vitamin E, verantwortlich für die antiseptische, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung.

HauptwirkstoffeEchtes LavendelölSpeikölLavandinöl
Linalylacetat35-50%5-3%15%
Linalool30-45%40-50%30%

Herstellung

Hauptsächlich durch Wasserstoffdestillation (bzw. Schleppdestillation oder Einlegen in andere Öle). Bei Wasserstoffdestillation aus 120 kg Blüten nur 1 Liter ätherisches Lavendelöl, daher ein sehr wertvoller Rohstoff.

Kultivierung

Blütezeit je nach Anbaugebiet von Anfang Juni bis Ende August. Er wird rund um das Mittelmeer kultiviert. Die Anbaugebiete in der Provence seit 2012 halbiert, Ursache sind Schädlinge und einige Kälteperioden. Halbtrockene, karge Böden und gemäßigte Temperaturen von 15-30 Grad. Oftmals werden die einzelnen Blüten noch von Hand geerntet, und zwar immer zu Mittag, dann ist das meiste ätherische Öl in den Blüten enthalten.