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Lavendelöl

In der Kosmetik, in der Heilkunde und auch in der Küche: Lavendelöl ist eines der wenigen ätherischen Öle, die pur auf die Haut aufgetragen werden können und in kleinen Mengen auch innerlich vertragen werden. Das macht das Öl des Lavendels zu einer vielseitig einsetzbaren Kostbarkeit.
Die auch bei uns beliebte Gartenpflanze vermittelt durch ihren typischen, intensiven Duft sofort ein mediterranes Feeling, erinnert an Urlaub und Sonne. Jeder kennt die herrlichen Bilder aus der Provence, wo Lavendelöl vor allem zur Herstellung von Parfüm genutzt wird. Doch die alte Heilpflanze kann viel mehr als nur gut duften.

Lavendel - Die Pflanze und ihre Inhaltsstoffe

Mehr als dreißig Arten von Lavandula officinalis, wie der botanische Name lautet, sind bekannt. Für die medizinische Nutzung wird vor allem die Sorte Lavandula vera, der „Echte Lavendel“, verwendet. Der mehrjährige Strauch mit den graufilzigen Blättchen trägt herrliche, von dunklem Lila über kräftiges Rotblau bis hin zu zartem Rosa oder Weiß variierende Blütenrispen. Vor allem in diesen kleinen Blüten stecken die wertvollen Inhaltsstoffe, die für die verschiedenen Wirkungen der Gewürz- und Heilpflanze verantwortlich zeichnen. Ätherische Öle, Cumarine und Gerbstoffe erzielen in ihrem Zusammenspiel antientzündliche, desinfizierende, schmerzlindernde, krampflösende, beruhigende, antiseptische, blähungshemmende und durchblutungsfördernde Effekte. Damit eröffnet sich ein breites Anwendungsspektrum für Lavendelöl, das durch schonende Destillation aus den Blüten gewonnen wird.

Lavendelöl in der Kosmetik

Schon seit Jahrtausenden wird Lavendelöl als Duftstoff bei der Parfümherstellung sowie zur Pflege von Haut und Haar verwendet. Es wirkt beruhigend auf gereizte Haut, kann daher für jeden Hauttyp eingesetzt werden. Bedenkt man, dass der Name der Pflanze von „lavare“, also lateinisch „waschen“ kommt, wundert der Einsatz von Lavendelöl als Zusatz in Seife, Duschgel, Shampoo, Badezusatz und anderen Hautreinigungsmitteln nicht. Da Lavendel auch weiterreichende hautheilende Eigenschaften zugeschrieben werden, wandert das Lavendelöl auch in Salben, Cremes und weitere Pflegeprodukte. Sogar eine vorbeugende Wirkung gegen Hautalterung soll mit der äußerlichen Anwendung verbunden sein. Das reine ätherische Lavendelöl ist auch hervorragend geeignet, um eigene Kosmetikprodukte herzustellen, etwa Hautöle, Gesichtsmasken oder individuelle Haarpflege.

Lavendelöl in Heilkunde und Aromatherapie

Lavendel ist nicht nur eine Zier- und Gewürzpflanze, sondern auch eine alte Heilpflanze. Die Naturheilkunde nutzt ihre Heilwirkung traditionell bei „Befindungsstörungen wie Unruhezuständen, Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit sowie bei funktionellen Oberbauchbeschwerden (nervöser Reizmagen, Meteorismus, nervöse Darmbeschwerden).“ Die geforderte Qualität von Lavendelöl (Lavandulae aetheroleum) als Heilmittel ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt. Innerlich wirkt das Öl tropfenweise auf Zucker eingenommen bei den genannten Beschwerden.

Da Lavendelöl aber über das limbische System des Gehirns auch auf die Psyche einwirken kann, ist es fester Bestandteil der Aromatherapie. Es wird dann äußerlich als Zusatz zum Massageöl, als Badezusatz, im Duftkissen oder in der Duftlampe eingesetzt. Dann entfaltet es seine beruhigende Wirkung auf den Geist, es reduziert Stress und fördert den guten Schlaf. Juckreiz durch Insektenstiche lassen sich durch etwas Lavendelöl, in neutrale Creme gemischt, schnell lindern.

In der Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin findet man als Einsatzgebiete für Lavendelöl auch Migräne, rheumatische Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden und Hautkrankheiten. Wissenschaftliche Studien, die diese Wirkungen bestätigen, fehlen bisher allerdings noch.

Mögliche Nebenwirkungen

Solange das reine Lavendelöl nicht auf die Schleimhäute oder in die Augen gerät, gilt es auch unverdünnt als gut verträglich. Individuelle Unverträglichkeiten sind, wie bei jedem pflanzlichen Produkt, möglich. Bei der Inhalation von Lavendelöl können Atemprobleme auftreten. Innerlich angewandt kann es bei zu hoher Dosierung zu Magen-Darm-Problemen oder Benommenheit kommen. Daher sollte eine Einnahme immer unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Schwangere, Stillende und Kinder sollten kein Lavendelöl anwenden.

Fazit

Lavendel wurde vom Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) als traditionelle Heilpflanze eingestuft. Das daraus gewonnene, geruchsintensive Lavendelöl ist daher nicht nur als Zusatz in der Parfüm- und Kosmetikindustrie äußerst beliebt. Es kann innerlich und vor allem äußerlich in der Selbstanwendung sowohl verdünnt als auch unverdünnt bei verschiedensten Beschwerden und als Pflegesubstanz eingesetzt werden.

Hier finden Sie weitere Infos über Lavendelöl.