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Manuka Honig

Dass Honig ein gesundes Lebensmittel ist, ist bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass so genannter „Heilhonig“ in der Medizin eine mittlerweile anerkannte Rolle spielt. Bei Manuka Honig handelt es sich um ein Produkt, dass eine Zwischenstellung einnimmt: Lebensmittel mit Heilwirkung. Während ein Heilhonig (Medihoney) durch spezielle Verfahren keimfrei gemacht wird und nicht zum Verzehr auf dem Frühstücksbrötchen gedacht ist, ist Manuka Honig ein unverarbeitetes Lebensmittel von höchster Güte. Aufgrund seiner besonderen Inhaltsstoffe kann er auch heilende Wirkungen entwickeln. Woher kommt der spezielle Honig?

Die Herkunft von Manuka Honig

Die Heimat des Manuka Honigs ist Neuseeland. Dort wächst der Manukastrauch bzw. Manukabaum (botanisch: Leptospermum scoparium) in überwiegend alpinen Regionen bis zu einer Höhe von 1.400 Metern. Die immergrüne, äußerst widerstandsfähige Pflanze wird zwischen 4 und 15 Metern groß. Im Frühjahr entwickeln die kleinen weißen, rosa oder pinken Blüten einen betörenden Duft. Die Manukapflanze gilt als traditionelle Heilpflanze der neuseeländischen Ureinwohner. Allerdings wurden zunächst die Pflanzenbestandteile Rinde, Blätter, Blüten und Zweige verwendet, um allerlei Medizin daraus herzustellen. Erst um 1839 kam die Honigbiene „Apis mellifera ligustica“ (Italienische Biene) ins Spiel: Sie wurde durch Missionare aus Europa nach Neuseeland gebracht. Als so genannte „Nahsammlerin“ legt sie nur kurze Flugwege zurück und sammelt bevorzugt rund um ihren Standort herum. Deshalb ist sie die optimale Honigbiene für sortenreinen Honig und wird zur Gewinnung von Manuka Honig mitten in die Manukasträucher platziert.

Inhaltsstoffe und Qualitätsmerkmale

Honige enthalten Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Harze, Enzyme, Fruchtsäuren, Flavonoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Als „Inhibine“ werden die Inhaltsstoffe bezeichnet, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Das trifft auf jeden reinen Bienenhonig zu. Was den Manuka Honig aber so besonders macht, ist der Wirkstoff „Methylglyoxal“, kurz MGO genannt. Das Zuckerabbauprodukt entsteht im Bienenmagen, wo der Nektar aus den Manukablüten verarbeitet wird. Dabei wird Dihydroxyaceton (DHA), ein Nektarbestandteil,  durch Fermentation und durch Hinzufügung arteigener Bienenenzyme umgewandelt. In einer Dissertation an der TU Dresden konnte nachgewiesen werden, dass das MGO verantwortlich für die ausgeprägt antibakterielle Wirkung des Manuka Honigs ist. (1) Während in einheimischen Honigsorten MGO-Mengen von 1 bis 2 Milligramm pro Kilogramm gemessen werden, sind es bei Manuka Honig bis zu 700 Milligramm pro Kilogramm. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass mittlerweile zahlreiche Studien zu Manuka Honig angestoßen wurden.

Um den MGO-Gehalt im Honig sicher bestimmen zu können, entwickelte die TU Dresden zusammen mit der neuseeländischen Regierung ein Verfahren mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatologie (HPLC). Denn je höher der Gehalt an MGO, desto wirksamer ist die antibakterielle Wirkung des Honigs. Dabei sind im Handel zwei geschützte Kennzeichnungen zu finden: UMF® (Unique Manuka Factor) und eben MGO (Methylglyoxal). Beide Kennzeichnungen sind in ihrem Verhältnis zueinander fest definiert:

UMF 5+  =  MGO ≥ 83
UMF 10+  =  MGO ≥ 263
UMF 15+  =  MGO ≥ 514
UMF 20+  =  MGO ≥ 829
UMF 25+  =  MGO ≥ 1200

UMF sagt etwas über die Wirkstärke bezogen auf die Anzahl abgetöteter Bakterien aus, MGO steht für die Wirkstoffkonzentration pro Kilogramm Honig. Ein antibakteriell hochwirksamer Manuka Honig weist mindestens den Wert MGO ≥ 400 mg/kg auf. Dem würde die Kennzeichnung UMF 15+ entsprechen.

Verwendung von Manuka Honig

Ganz anders als reiner Medihoney (medizinischer Honig) ist Manuka Honig ein wohlschmeckendes Lebensmittel. Sein Geschmack ist süß mit einer leichten Bitternote im Abgang. Damit passt er pur aufs Brot, in Süßspeisen aller Art, in Smoothies ebenso wie in kalte und warme Getränke. Auch Marinaden, Salatsoßen und warme Gerichte lassen sich damit abrunden.

Wegen seiner hohen Wirksamkeit gegen Bakterien und Viren, die durch Studien belegt ist (2, 3), kann Manuka Honig aber auch allgemein zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung der Heilung bei bestimmten Erkrankungen verwendet werden. Atemwegerkrankungen (Erkältung, grippaler Infekt, Husten), Pilzerkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, Durchfall, Reizdarm, Magenverstimmung), Hautprobleme (Akne, Neurodermitis, Psoriasis), kleine äußere Verletzungen (Insektenstiche, Verbrennungen, Abschürfungen) sowie Probleme des Mund-Rachen-Raumes (Aphten, Entzündungen, Parodontose) sind mögliche Einsatzgebiete des Manuka Honigs. Die Anwendung kann innerlich – pur oder in Milch bzw. Tee gelöst – und äußerlich – pur aufgetragen oder verdünnt als Wickel oder Wundauflage – erfolgen. Der Honig sollte dabei allerdings generell niemals heiß erhitzt werden, weil darunter seine wertvollen Inhaltsstoffe leiden.

Was beim Kauf zu beachten ist

Manuka Honig ist ein relativ hochpreisiges Produkt, weil es nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. Außer in Neuseeland gibt es nur noch im Südosten Australiens geringe natürliche Vorkommen des Manukastrauches. Die Herstellmenge an sortenreinem Manuka Honig ist deutlich geringer als das Angebot, welches auf den Markt kommt. Deshalb sollte beim Kauf unbedingt auf die UMF- und MGO-Angaben geachtet werden, denn dabei handelt es sich um geschützte Bezeichnungen, die eine gute Qualität sicher stellen. Die neuseeländische Regierung vergibt darüber hinaus das Qualitätsmerkmal „Molan Gold Standard (MGS)“, das die Echtheit des Honigs garantiert.

Der Honig sollte nach dem Kauf kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden. Zur Entnahme ist stets ein frischer Löffel empfehlenswert, damit keine Keime in das Produkt gelangen können. Bei richtiger Lagerung und Einhaltung der Hygiene ist der Honig mehrere Jahre haltbar.

Manuka Honig gilt als gut verträglich. Kinder unter 12 Monaten sollten generell keinen Honig essen, da es sich um ein rohes Naturprodukt handelt.

Fazit

Manuka Honig aus Neuseeland ist ein hochwertiges Lebensmittel und traditionelles Naturheilmittel. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass dieser Honig nennenswerte antibakterielle (4), antientzündliche, antiseptische, antivirale, antioxidative sowie wundheilende Wirkung besitzt. Verantwortlich hierfür ist der in beachtlicher Menge enthaltene Wirkstoff Methyglyoxal.

Quellen:

(1) Elvira Mavric: Argininderivatisierung und 1,2-Dicarbonylverbindungen in Lebensmitteln. Technische Universität Dresden 2005
www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/1495/1145435031366-2811.pdf

(2) Watanabe, K. et al.: Anti-influenza viral effects of honey in vitro: potent high activity of manuka honey. 2014
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24880005

(3) P.R. Schmidlin et al.: Antibacterial potential of Manuka honey against three oral bacteria in vitro. 2014
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25253413

(4) Prof. Dr. Thomas Henle: Der süße Bakterienkiller. In: labor&more 2007
www.manuka-honig.biz/wp-content/uploads/Prof.Dr_.Henle-LaborAndMore.pdf