item

Pinienrindenextrakt

Pinienrindenextrakt gilt als eines der besonders gut erforschten Naturheilmittel, das auch in zahlreichen Humanstudien sein breit gefächertes Wirkspektrum unter Beweis stellen konnte. Besonders sein hoher Anteil an stark wirksamen Antioxidantien ist für eine pharmakologische Nutzung von Interesse.

Deren biologische Aktivitäten erstrecken sich von gesundheitlichen Aspekten (Gefäßschutz, Verbesserung der Durchblutung, Gesunder- haltung von Herzgefäßen, sowie von Gelenken), über kosmetische Aspekte (Verbesserung der Hautelastizität) bis hin zu vorbeugenden Aspekten (Schutz der DNS). Es heißt, dass Pinienrinde bereits seit über 2.000 Jahren therapeutisch genutzt wird, und viele Naturheilkundige beschreiben die gesundheitliche Wirkung in ihren alten medizinischen Schriften.

Übersicht der Produktspezifikation

Produktbeschreibung

Extrakt aus der Rinde von Pinus massoniana Lamb
Extraktionsmittel: Wasser und Ethanol

Anwendungsempfehlung

Nahrungsergänzung

Lagerung

Im Originalgebinde an einem sauberen, kühlen, dunklen und trockenen Ort

Mindesthaltbarkeit

3 Jahre bei richtiger Lagerung

Ursprungsland

China

Eine vollständige Übersicht inklusive Angaben zu weiteren Eigenschaften, mikrobiologische Angaben, Angaben zur Eignung für spezielle Ernährungsformen sowie zu enthaltenen Allergenen und Unverträglichkeiten finden Sie im Dokument zur Produktspezifikation.

Was ist Pinienrindenextrakt?

Für die Gewinnung von Pinienrindenextrakt wird die Rinde der französischen See- oder Bordeaux-Kiefer (botanisch Pinus pinaster, Pinus maritima oder Pinus massoniana L.) verwendet. Das aus dem westlichen Mittelmeerraum stammende Kieferngewächs kann bis zu 300 Jahre alt werden. Meist werden die Bäume aber im Alter von 30-50 Jahren zur Bauholzgewinnung gefällt. Dann kommt eine Besonderheit des Baumes zum Tragen: Die sehr dicke und furchige Rinde, die zu dieser Zeit bereits bis zu 3 Zentimeter stark ist. Aus den gereinigten Rindenstücken wird der Pinienrindenextrakt mit Hilfe von Alkohol und Wasser extrahiert und anschließend in einem Sprühverfahren getrocknet. Es entsteht ein braunes Pulver mit aromatischem Duft. Aus 1.000 Kilo Rinde entsteht auf diese Weise lediglich ein einziges Kilo Pinienrindenextrakt.

Die Hauptwirkstoffe des Extraktes: OPC

Pinienrindenextrakt glänzt mit einem extrem hohen Anteil an so genannten „OPC“, der mindestens 85 % beträgt. OPC bedeutet „oligomere Proanthocyanidine“ und ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Stoffen, die zu den Flavonoiden, einer Untergruppe der Polyphenole, zählen. Außer den OPC gehören auch Catechine (Bitterstoffe) zu den Flavonoiden. Und auch diese Catechine besitzen gesundheitliche, nämlich antioxidative, Wirkungen und sind im Pinienrindenextrakt zu finden.

OPC wurden erstmalig im Jahr 1948 durch den französischen Pharmakologen Jack Masquelier aus den roten Häutchen von Erdnüssen isoliert, im Jahr 1953 dann aus der Pinienrinde. Für das Extraktionsverfahren meldete der Wissenschaftler ein Patent an. OPC haben vor allem die Fähigkeit, freie Radikale zu bekämpfen. Man spricht sogar vom „stärksten Radikalfänger“ überhaupt, weil eine besonders große Bandbreite von freien Radikalen bekämpft wird. OPC besitzen eine hohe Bioverfügbarkeit, sie werden also vom Körper schnell und gut aufgenommen. Wer OPC zusammen mit Vitamin C zu sich nimmt, vervielfältigt zudem die Wirkung des Vitamins. Man spricht deshalb auch von Kofaktor für das Vitamin C, und auch das erkannte Masquelier im Rahmen seiner Forschungen.

Radikalfänger sind für den Menschen deshalb so wichtig, weil freie Radikale für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Sie können wichtige Stoffwechselprozesse stören, negativ auf das Immunsystem wirken und schwere Zellschäden verursachen. Oft handelt es sich um entzündliche Vorgänge. Um das zu verhindern, greift der Körper auf Antioxidantien zurück, die den krankmachenden Effekt der freien Radikalen neutralisieren. Antioxidantien können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen daher mit der Nahrung oder durch Nahrungsergänzungen zugeführt werden.

Einsatzgebiete des Naturheilmittels

Als Nahrungsergänzungsmittel mit einem sehr hohen Anteil an Antioxidantien wirkt Pinienrindenextrakt gegen zahlreiche Beschwerden und Erkrankungen, die in Zusammenhang mit Entzündungen, einem schwachen Immunsystem und geschädigten Zellen stehen. Der Extrakt wirkt antientzündlich, schmerzlindernd, immunstärkend, er verbessert die Sauerstoffversorgung von Zellen und den Blutfluss. Es hat sich gezeigt, dass der Extrakt auch im Zusammenwirken mit anderen Nährstoffen besonders gute Synergieeffekte erzielen kann und deren Wirkungen optimal ergänzt oder verstärkt.

Die wissenschaftlichen Studien zeigen äußerst positive Ergebnisse bei folgenden Anwendungsgebieten:

  • Stärkung des Immunsystems: Nimmt man Pinienrindenextrakt als Nahrungsergänzung über einen Zeitraum von mindestens 3 Monate, so zeigt sich eine allgemein stärkere Widerstandkraft und ein verbessertes Allgemeinbefinden. Gleichzeitig wird ein Anti-Ageing-Effekt sichtbar, da die Elastizität und Feuchtigkeit der Haut gesteigert, die Durchblutung gefördert und das Auftreten von Altersflecken reduziert wird.
  • Wundheilung: Durch die antientzündliche und wundheilende Wirkung sowie die bessere Nährstoffversorgung der Haut durch eine bessere Durchblutung fördert Pinienrindenextrakt eine schneller Wundheilung.
  • Erektile Dysfunktion: Erektionsstörungen sind eines der bekanntesten und besonders gut belegten Anwendungsgebiete des Pinienrindenextraktes. Der Extrakt wird üblicher Weise mit L-Arginin kombiniert eingesetzt. Die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung wird gesteigert und damit die Hauptursache von Erektionsstörungen, nämlich schlecht funktionierende Gefäße, bekämpft.
  • Arthrose: Vor allem die Symptome der Kniearthrose lassen sich durch Pinienrindenextrakt wirkungsvoll lindern. Arthrose ist eine schmerzhafte entzündliche Erkrankung, die durch Bewegung und Ernährung positiv beeinflusst werden kann. Ergänzt durch den Extrakt der Pinienrinde wirken sie als nicht-pharmakologische Behandlungsmethoden optimal zusammen.
  • Asthma und Heuschnupfen: In verschiedenen Studien ließ sich belegen, dass die entzündlichen Reaktionen bei Asthma und allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) unter der Gabe von Pinienrindenextrakt deutlich abnehmen. Beispielsweise konnten die im Blut nachgewiesenen Antikörper um ein Drittel gesenkt werden.
  • Bluthochdruck: Auch hier können Personen mit mäßigem Bluthochdruck offenbar von der gefäßerweiternden Wirkung des Extraktes profitieren. Vor allem der systolische Wert konnte signifikant gesenkt werden, der diastolische ebenfalls, allerdings in geringerem Umfang.
  • Veneninsuffizienz (Venenschwäche): Verschiedene Studien konnten belegen, dass die Schwellung der Beine unter der Einnahme von Pinienrindenextrakt abnahm. Auch Symptome wie Schmerzen und Schweregefühle ließen nach.
  • Thrombosen: Die Gefahr für die auf Langstreckenflügen gefürchteten Thrombosen konnte verringert werden, wenn 2-3 Stunden vor dem Abflug ein Pinienrindenextrakt-Präparat eingenommen wurde. Das konnte anhand von Ultraschalluntersuchungen festgestellt werden.

Weitere Studien befassen sich unter anderem mit der Wirkung von Pinienrindenextrakt bei zu hohen Cholesterinwerten, Diabetes mellitus Typ 2, rheumatoide Arthritis, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, Testosteronmangel, Muskelkrämpfen, sogar ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). In fast allen Bereichen sind weitere Studien nötig, um eine Zulassung für Pinienrindenextrakt als Arzneimittel (Medikament) zu erhalten. Noch zählt es zu den Nahrungsergänzungsmitteln, da die medizinische Wirkung als nicht ausreichend belegt gilt.

Darreichung und Dosierung von Pinienrindenextrakt

Üblich ist die Einnahme von Pinienrindenextrakt in Form von Kapseln. Diese sind einfach einzunehmen und leicht nach Packungsanweisung zu dosieren. Die Höhe der Dosis richtet sich nach dem jeweiligen Beschwerdebild. Als allgemein stärkendes, präventives  Mittel werden in der Regel 20-30 mg Extrakt täglich empfohlen. Je nach Gesundheitsproblem kann die tägliche Dosis unter therapeutischer Aufsicht gesteigert werden bis zu 200 mg oder mehr. Die Kapseln (Kapselhüllen) sollten für Allergiker geeignet, vegan, laktose- und glutenfrei sein.

Kann Pinienrindenextrakt Nebenwirkungen haben?

Für Pinienrindenextrakt gilt, was für alle pflanzlichen Präparate zu beachten ist: In Einzelfällen können Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zu allergischen Symptomen auftreten. Allgemein gilt der Extrakt von Pinus pinaster allerdings als gut verträglich. Selten kann es zu Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen kommen. In den ersten Schwangerschaftsmonaten und in der Stillzeit sollte kein Pinienrindenextrakt verwendet werden, da die Datenlage bisher nicht aussagekräftig genug ist. In Kombination mit Medikamenten gegen erektile Dysfunktion kann ein Blutdruckabfall auftreten.

Fazit

Pinienrindenextrakt ist ein entzündungshemmendes, durchblutungsförderndes, schmerzstillendes und die Wundheilung förderndes traditionelles Naturheilmittel mit breitem Anwendungsspektrum. Trotz einer umfangreichen Studienlage, die durchaus positive Ergebnisse zeigt, ist Pinienrindenextrakt zurzeit nur als Nahrungsergänzung zugelassen.

Quellen:

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18684077

Schwitters, Bert: Dr. Jack Masqueliers Geschenk an Ihre Gesundheit. De Facto Publications. 2017

Simons, Anne: Das OPC-Arbeitsbuch: Gesundheitswissen kompakt. MayaMedia Verlag. 2014 – und andere Veröffentlichungen