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Propolis roh / Rohpropolis

Propolis roh, auch als Rohpropolis bezeichnet, ist der Ausgangsstoff für alle Darreichungsformen und Produkte aus und mit Propolis. Alle Präparate, die das Bienenharz als Inhaltsstoff ausweisen, haben als Basis rohes Propolis. Es ist eine absolut naturbelassene Substanz, die vom Imker genau in dieser Form und unverändert geerntet wird. Das bietet viele verschiedene Möglichkeiten, sie anschließend zu verwenden.
Was genau ist Rohpropolis, wie wird es von den Bienen hergestellt und vom Imker gewonnen?

So entsteht Rohpropolis

Ein Bienenvolk ist trotz des Gewusels, das im Bienenstock vorherrscht, ein hierarchisch aufgebautes und geordnetes Gebilde. Das heißt auch, dass jede Biene eine eigene Aufgabe hat, die sie zu erfüllen hat. Einige Bienen sind dazu bestimmt, Baumharz – also Propolis – anstelle von Blütennektar zu sammeln. Schon wenn diese Bienen das Harz sammeln, reichern sie es mit ihrem Speichel an und übergeben es im Bienenstock an die Stockbienen. Die kauen die Masse durch, reichern sie mit Pollen, Wachs und anderen organischen Substanzen an und verkleben sie zum Schutz des Stockes im Inneren der Behausung. Ein gutes Bienenvolk stellt pro Jahr etwa 500 Gramm reines Propolis her.

Die Ernte mit Vorsicht

Mit Hilfe von so genannten Propolisfallen, das sind engmaschige Gitter, kann der Imker einen Teil des Bienenharzes aus dem Bienenstock entnehmen. Da die Tiere das Gitter als Fremdkörper ansehen und sich vor Erregern schützen wollen, wird das Kittharz auf die Propolisfalle aufgebracht. Entnimmt der Imker sie aus dem Stock, kann er das Harz vom Gitter entfernen und für sich verwenden. Dafür wird das Gitter gekühlt, das spröde Harz zerspringt in Stücke und lässt sich leicht vom Gitter ablösen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass nicht die gesamte Menge an Propolis aus dem Bienenstock entnommen wird. Denn dann wäre der Schutz des Stockes nicht mehr gewährleistet und das Bienenvolk würde zugrunde gehen. Es liegt also in der Verantwortung des Imkers, Vorsicht walten zu lassen und zum Wohle seiner Bienenvölker nur geringe Mengen Rohpropolis zu ernten.

Rare Ware mit viel Inhalt

Rohpropolis ist eine relativ rare Ware, denn es können pro Bienenstock immer nur geringe Mengen gewonnen werden. Der Hauptanteil von Propolis ist Harz. Doch Propolis steckt voller weiterer wertvoller Inhaltsstoffe, die es zu einem begehrten Produkt machen. Es wird zur Weiterverarbeitung zu Propolis Pulver (= gemahlenes Rohpropolis), dann zu Propolis Extrakt, Propolis Extrakt Pulver und Propolis Tinktur sowie zu Salben, Cremes und anderen Präparaten verwendet. Seiner Vielfalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Bioflavonoiden wird eine Reihe gesundheitlich wertvoller Wirkungen zugeschrieben. Antibakteriell und antiviral, immunstimulierend und entzündungshemmend – das sind die Haupteigenschaften, die die Inhaltsstoffe von Propolis auszeichnen. Diese Wirkungen sind es, die das Bienenvolk für sich nutzt, wenn es den Bienenstock mit dem Kittharz auskleidet.

Propolis roh verwenden

Rohpropolis wird meist zu Pulver weiterverarbeitet, also fein vermahlen. Dann werden daraus alle anderen verarbeiteten Produkte hergestellt. Abnehmer sind die Kosmetikindustrie, Apotheken und natürlich der private Endverbraucher. Vor dem Pulverisieren besteht rohes Propolis aus intensiv duftenden harzigen Brocken, die unterschiedlich groß ausfallen und eine bräunliche Färbung ausweisen. Sie schmecken leicht bitter-säuerlich. Im Urzustand tragen sie teilweise noch kleine pflanzliche Bestandteile in sich. Rohes Propolis kann gekaut werden, es verbleiben dann in der Regel krümelige Reste im Mund. Auch kann es zur Hautpflege benutzt werden, indem es durch kneten mit der Hand erwärmt wird und dann beispielsweise auf einer Hautunreinheit (Warze, Ekzem o.ä.) fixiert wird.

Weiterverarbeitung von Rohpropolis

Meist wird Rohpropolis auch vom privaten Endverbraucher zur Weiterverarbeitung gekauft. Es eignet sich wunderbar zur Herstellung eigener Kosmetik, wenn es fein vermahlen oder bei etwa 65 °C im Wasserbad verflüssigt wird. Dann kann es in Cremes, Salben und andere Beauty-Produkte wandern, aber auch zu Tinktur weiter verarbeitet werden. Gut verschlossen und vor Hitze, Feuchtigkeit und Licht geschützt hält Rohpropolis mehrere Jahre.

Was zu beachten ist

Propolis kann als Bienenerzeugnis problematisch für Allergiker werden. Wer auf Stiche oder sogar Honig allergisch oder überempfindlich reagiert, sollte Propolis nicht pur verwenden und vor dem Gebrauch von Präparaten mit dem Bienenharz den Arzt befragen. Ein kleiner Selbsttest kann im Zweifel schon Aufschluss geben, ob die Verwendung kritisch ist: Dafür einen Tropfen Propolis Tinktur auf den Unterarm träufeln und leicht einmassieren. Stellt sich an dieser Stelle nach kurzer Zeit eine Reaktion wie Rötung oder Jucken ein, ist von der weiteren Verwendung abzuraten.

Fazit

Rohpropolis ist in spezialisierten online-Shops oder direkt bei einigen Imkern zu kaufen. Es handelt sich nicht um ein medizinisches Produkt. Es werden ihm aber positive Eigenschaften zugeschrieben, die sich vor allem aus seiner Funktion im Bienenstock ableiten. Propolis ist roh zu verwenden, dient meist aber der Weiterverarbeitung.