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Rosenöl

Die „Königin aller Blumen“, wie die Rose schon in der Antike genannt wurde, bringt es in ihren Blüten hervor: das herrlich aromatische, reine Rosenöl. Der betörende Duft des Rosenöls macht es – wen mag es wundern – zum wohl beliebtesten Zusatzstoff in der Parfüm- und Kosmetikherstellung. Doch nicht nur der edle Geruch macht das Rosenöl so wertvoll, denn seine Inhaltsstoffe haben auch äußerst positive Auswirkungen auf das seelische und leibliche Wohlbefinden. Wodurch zeichnet sich das reine ätherische Rosenöl aus?

Reines Rosenöl – die Herstellung

Ätherisches Rosenöl ist eines der teuersten ätherischen Öle überhaupt. Die Gewinnung ist äußerst langwierig, aufwendig und dadurch kostspielig. Rosenöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen, wobei ausschließlich die in den frühen Morgenstunden frisch per Hand gepflückten Blütenblätter verarbeitet werden. Im Laufe des Tages verlieren ihre Inhaltsstoffe an Intensität. Vor allem die Sorte Rosa damascena, die überwiegend in Bulgarien sowie in der Türkei und Südfrankreich angebaut wird, ist zur Gewinnung des Öls geschätzt. Unglaublich viele Blüten sind dafür nötig: Aus einer ganzen Tonne Rosenblüten ergibt sich eine Ausbeute von nur 200-300 Gramm reinem Rosenöl. Oft wird der Destillationsvorgang ein weiteres Mal vorgenommen, um das letzte Quentchen Öl aus der Flüssigkeit zu gewinnen. Und selbst das verbleibende Wasser wird keineswegs ungenutzt gelassen. Es wird als „Rosenwasser“ von der Kosmetikindustrie weiter verwendet, da auch hier noch ausreichend Wirk- und Duftstoffe enthalten sind.

Inhaltsstoffe von reinem ätherischen Rosenöl

Mehr als dreihundert Inhaltsstoffe sind inzwischen bekannt, doch vermutlich sind bis zu vierhundert verschiedene Substanzen im Rosenöl enthalten. Die vier wichtigsten Stoffe sind Geraniol und Citronellol sowie Linalool und Phenylethylalkohol. Sie machen rund achtzig Prozent von Rosenöl aus. Manch andere Substanzen sind nur in verschwindend geringer Menge nachweisbar. Auch Kohlenwasserstoffe, Fette und Gerbstoffe sind enthalten. Da Rosenöl zu einem so hohen Prozentsatz aus den genannten vier Inhaltsstoffen besteht, ist es möglich, synthetisches Rosenöl industriell herzustellen. Dieses chemisch erzeugte Produkt duftet zwar ebenfalls schön nach Rosen, entfaltet aber auf keiner Ebene die gleiche Wirkung wie natürliches Rosenöl. Schließlich fehlen mehrere hundert Stoffnuancen, um bestimmte Wirkungsweisen zu erzeugen.

Wie reines ätherisches Rosenöl wirkt

Die spezielle Zusammensetzung der Inhalts- und Wirkstoffe in natürlichem Rosenöl verleiht dem Öl Eigenschaften, die sowohl Körper als auch Geist zu Gute kommen. So besitzt Rosenöl antiseptische, blutreinigende, durchblutungsfördernde und pflegende Effekte, die wissenschaftlich nachgewiesen wurden. Das macht es zu einem wertvollen Bestandteil in allen Haut- und Haarpflegeprodukten. Auch eine beruhigende, krampflösende und schmerzlindernde Wirkung wird dem ätherischen Öl in der Naturheilkunde nachgesagt. Kompressen und warme Umschläge sollen bei Bauchschmerzen und Menstruationsbeschwerden helfen, ein kühler Wickel hingegen bei Kopfweh. Die schlaffördernde und antidepressive Wirkung, die Rosenöl offenbar ebenfalls besitzt, wird sogar in der Palliativmedizin genutzt. Nicht zuletzt soll der Duft der Rose auch eine aphrodisierende Wirkung haben.

Anwendung von natürlichem Rosenöl

Bei der Verwendung von reinem ätherischen Rosenöl heißt es: Weniger ist mehr! Nur wenige Tropfen, manchmal ein einziger, genügen zur Entfaltung der gewünschten Wirkung. Zur Hautpflege kann das Öl in Cremes und Lotionen, Shampoo, Duschgel und Seifen, in Körper- und Massageöle hinzugefügt werden. Auch als Badezusatz pflegt es die Haut und wirkt zugleich beruhigend und schlaffördernd. Für Umschläge oder Waschungen werden maximal 20 Tropfen Rosenöl in abgekochtes Wasser gegeben und damit dann die entsprechenden Tücher befeuchtet.

In der Aromatherapie kommt Rosenöl wegen seiner entspannenden, besänftigenden und stimmungsaufhellenden Wirkung häufig in der Duftlampe zum Einsatz. Es soll gut gegen Verspannungen und Stress wirken. Rosenöl harmoniert mit Lavendelöl und Weihrauchöl sowie den Düften von Orange, Ylang Ylang, Geranie oder Bergamotte.

Reines Rosenöl kann nicht nur äußerlich verwendet werden. Es kann problemlos verzehrt und damit innerlich angewendet werden. Laut naturheilkundlicher Überlieferung soll es Herz und Leber gut tun, Migräne und Kopfschmerzen lindern, Entzündungen der Bronchien mildern sowie Hautkrankheiten und Herpesviren von innen heraus bekämpfen. Wissenschaftliche Belege hierzu gibt es allerdings nicht.

In der Küche ist Rosenöl, das leicht bitter schmeckt, eine luxuriöse Zutat in Desserts, Cocktails und in Backwaren.

Nebenwirkungen von Rosenöl

Reines Rosenöl gilt als eines der am besten verträglichen ätherischen Öle und übt keine Reizwirkung auf die Haut aus. Es besitzt die geringste Giftigkeit überhaupt und ist bei entsprechend geringer Dosierung sogar für die Kinderpflege geeignet. Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Es ist allerdings darauf zu achten, absolut reines ätherisches Rosenöl von bester Qualität zu kaufen.

Fazit

Reines Rosenöl wird gerne als sinnlich duftende Zutat in Körperpflege und Kosmetik verwendet. Es besitzt eindeutig hautpflegende und durchblutungsfördernde Eigenschaften. Die Aromatherapie schätzt es wegen seiner beruhigen, entkrampfenden und stimmungsaufhellenden Wirkung. Die Volksheilkunde schreibt dem Rosenöl darüber hinaus auch heilende Wirkungen zu. In der Küche gilt Rosenöl als exquisite Zutat in Speisen.

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