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Rosenwurz Extrakt

Der Rosenwurz bzw. der Rosenwurz Extrakt wurde von der EMA (European Medicines Agency, deutsch: Europäische Arzneimittel-Agentur) als pflanzliches Adaptogen anerkannt und in der russischen Schulmedizin hat die Pflanze bereits seit 1969 offiziell ihren festen Platz.

In der traditionellen Naturheilkunde gilt sie seit Jahrhunderten als wirksame Heilpflanze. Und geht es um die Bekämpfung von Stresssymptomen mit natürlichen und sanften Heilmitteln, dann ist an dem Rosenwurz und dem aus ihm hergestellten Extrakt kein Vorbeikommen.

Rosenwurz - Eine Sukkulente mit besonderen Inhalten

Rhodiola rosea, so der wissenschaftliche Name des Rosenwurz, zählt zu den Dickblattgewächsen (Sukkulenten). Seine Heimat sind meeresnahe arktische Regionen, Felsspalten und Gebirgsregionen oberhalb von 1.000 Metern. Aus den rosettenförmig angeordneten Blättern des Rosenwurz wachsen an einem Stämmchen gelbe Blüten. Die widerstandsfähige Pflanze kann bis zu 70 Zentimeter groß werden. Unterirdisch bildet der Rosenwurz einen kräftigen Wurzelstock aus, das Rhizom. Schneidet man ihn an, duftet er nach Rosen – daher der Name Rosenwurz. Die Wurzel ist der Teil der Pflanze, aus der der pharmakologisch wertvolle Extrakt gewonnen wird.

Als Hauptwirkstoffe gelten die Glycoside Rosavin, Salidrosid und Tyrosol. Glycoside sind zuckerähnliche Stoffverbindungen, die eine große Bedeutung für medizinische und therapeutische Anwendungen haben. Rosavin beispielsweise besitzt eine entspannende, angstauflösende Wirkung (anxiolytisch). Salidrosid wirkt sich im Stoffwechsel insulinähnlich aus, es fördert die Aufnahme von Glukose in den Muskel und schenkt ihm damit mehr Energie. Tyrosol schließlich wirkt antioxidativ und schützt Immunsystem und Herz-Kreislauf-System. Vor allem auf die Wirkung des Rosavin wird bei der Verwendung des Rosenwurzextraktes zu medizinischen Zwecken gesetzt.

Rosenwurzextrakt – ein wirkungsvolles Adaptogen gegen den Stress

Rosenwurz gilt als wirkungsvolles Adaptogen in der Stressbekämpfung. Als Adaptogen wird ein natürlicher Stoff bezeichnet, der nicht direkt gegen eine bestimmte Krankheit wirkt, sondern stärkend auf den gesamten Organismus. Im Falle des Rosenwurz bedeutet das, dass der Körper besser mit Stressoren umgehen kann und die Stressresistenz erhöht wird. Außer Rosenwurz sind bisher nur drei weitere Adaptogene wissenschaftlich anerkannt: Echter Ginseng und Borstige Taigawurzel zur allgemeinen Stärkung sowie Chinesisches Spaltkörbchen als Anti-Aging-Adaptogen. Rosenwurzextrakt hingegen gilt als klassisches Anti-Stress-Adaptogen. Viele Studien zeigen, dass schon nach wenigen Tagen eine deutliche Entspannung einsetzt, Reizbarkeit und Erschöpfung nachlassen und Stressoren als weniger belastend empfunden werden. Die Wirkung bezieht sich sowohl auf typische körperliche wie psychische Stresssymptome.

Rosenwurz für einen wachen, fröhlichen Geist

Gleichzeitig mit der nachlassenden psychischen Stressbelastung kommt es zu einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit, denn das Nervenkostüm ist weniger abgelenkt und belastet. Damit kann auch die geistige Leistungsfähigkeit steigen und das Erinnerungs- und Lernvermögen kann ebenfalls verbessert werden. Das zahlt sich in Zeiten hoher beruflicher Belastung oder vor Prüfungen aus. Da die Wirkstoffe der Heilpflanze Studien zufolge auch eine positive Wirkung auf die Höhe des Serotonin- und Dopaminspiegels besitzen soll, wird ihr eine antidepressive Wirkung zugeschrieben. Serotonin und Dopamin gelten als „Glückshormone“. Kommen sie in zu niedrigem Anteil im menschlichen Körper vor, drohen Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen. Dem kann Rosenwurzextrakt entgegen wirken. Auch bei Burnout und Angststörungen scheint der Extrakt positiv zu wirken.

Körperliche Leistungsfähigkeit mit Rosenwurzextrakt steigern

Hohe körperliche Anforderungen stellen ebenfalls Stressoren dar. Im Leistungssport, vor allem vor Wettkämpfen, kann Rosenwurzextrakt auch hier doppelt ansetzen und für weniger psychische Belastung und eine stärkere körperliche Kraft sorgen. Es konnte festgestellt werden, dass die Atmung sich verbessert, dadurch mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann und die Kohlenstoffabgabe sich verstärkt. Da eine Erschöpfung später einsetzt, kann der Effekt beispielsweise auch von Schichtarbeitern und anderen stark belasteten Berufsgruppen genutzt werden.

Vielversprechende Ausblicke

Studien beschäftigen sich eingehend mit den stimulierenden, nervenzellschützenden, antioxidativen, hormonellen, leberprotektiven und anderen möglichen Wirkungen des Rosenwurz. So wurden bereits erfolgreich erste Versuche bezüglich der Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, Leberentzündungen, Gehirnverletzungen, sexuelle bzw. hormonelle Störungen bei Mann und Frau, chronischer Müdigkeit und manchem mehr durchgeführt. Allerdings handelt es sich vielfach um Tierversuche oder um zu kleine Studien, die bisher keine konkreten Aussagen erlauben. Da Rosenwurz hier nicht als übliche Heilpflanze gilt, gibt es von der Kommission E bislang noch keine Bearbeitung.

Praktische Anwendung und Dosierung

In den Heimatländern der Heilpflanze wird der Rosenwurz sogar in der Küche verwendet: Er kann roh oder gekocht verzehrt werden, schmeckt allerdings leicht bitter. Hierzulande ist die übliche Darreichungsform der Rosenwurzextrakt, der als pflanzliches Arzneimittel oder als Nahrungsergänzung zu kaufen ist. Der Extrakt wird aus der getrockneten Wurzel gewonnen und in Kapseln angeboten. Wichtig dabei ist der Anteil des im Extrakt enthaltenen Rosavin, das als Hauptwirkstoff gilt. Dieser Anteil macht den Unterschied zwischen Arznei und Nahrungsergänzung. Von diesem Anteil sind auch Dosierung und Anwendungsempfehlung abhängig.

Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, es sei denn es bestehen individuelle Empfindlichkeiten oder Allergien gegen das pflanzliche Präparat. Eine Rücksprache mit dem Hausarzt wird empfohlen. Es kann in Einzelfällen wegen des anregenden Effektes zu Schlafstörungen kommen und die Wirkung anregender Getränke (Kaffee) kann sich verstärken. Daher sollte der Extrakt möglichst immer morgens eingenommen werden.

Fazit

Rosenwurzextrakt ist ein Nahrungsergänzungsmittel, dass erwiesene Wirkung gegen Stress besitzt und die allgemeine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern kann.

Quellen:

Richard P. Brown, et al.: Rhodiola rosea: A Phytomedicinal Overview. HerbalGram. 2002

Richard P. Brown et al.: The Rhodiola Revolution. Rodale Verlag 2005 (Erfahrungsberichte und Fallbeispiele)

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/