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Schwarzkümmelöl

„Schwarzkümmelöl heilt jede Krankheit, nur nicht den Tod.“ Dieser legendäre Satz wird dem Propheten Mohammed (571 bis 632 n. Chr.) zugeschrieben und zeigt, welche Bedeutung das Öl des Schwarzkümmels in der Naturheilkunde bereits seit vielen Hundert Jahren besitzt. Sicher ist die Aussage Mohammeds etwas übertrieben – ein Allheilmittel ist Schwarzkümmelöl auf keinen Fall. Trotzdem zeigen inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass eine beachtliche Vielzahl und Konzentration wertvoller Inhaltsstoffe in den kleinen Samen stecken, die uns Nigella sativa, so der botanische Name, zu schenken vermag.

Nigella sativa – der Echte Schwarzkümmel

Schwarzkümmel, ein Hahnenfußgewächs, hat seine botanische Heimat in Südwestasien, Nordafrika und Südeuropa. Heute findet man nur noch selten wilde Pflanzen des bis zu 90 Zentimeter hoch wachsenden, bläulich oder grünlich blühenden Krautes. Aus diesen Blüten entwickeln sich nach der Blütezeit kapselartige Fruchtstände, die unzählige kleine schwarze Samen enthalten. Diese Samen werden sowohl zur Ölgewinnung als auch als Gewürz verwendet. Hauptanbaugebiete sind der Iran, Irak, Indien, Ägypten, Pakistan und die Türkei. Hier herrschen klimatisch optimale Bedingungen für ein gutes Gedeihen.

Inhalts- und Wirkstoffe des Schwarzkümmels

Echtes Schwarzkümmelöl besitzt ein spezielles Wirkstoffspektrum, das auf der besonderen Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe beruht. Nur etwa 1 % ätherische Öle sind enthalten, die allerdings wirken bereits über das limbische System positiv auf viele Körperfunktionen und vor allem auf die Atemwege. Dafür werden unter anderem antioxidative, antimykotische und desinfizierende Wirkungen verantwortlich gemacht.

Ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Gamma-Linolensäuren, sind für den menschlichen Organismus essentiell, also lebensnotwendig, und müssen über die Nahrung zugeführt werden. In Schwarzkümmelöl stecken bis zu 60 % davon. Sie wirken unter anderem auf das Immunsystem, hemmen Entzündungen und regulieren die Gerinnungsfähigkeit des Blutes.

Aminosäuren, also Eiweißbausteine, sorgen für gut funktionierende Muskeln, dienen der Zellerneuerung, hemmen Stress und steigern die Leistungsfähigkeit. In Schwarzkümmelöl stecken sieben von acht essentiellen Aminosäuren.

Auch die Palette an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, mit denen Schwarzkümmelöl punkten kann, ist  beeindruckend. Die verschiedenen B-Vitamine sind wichtig für eine reibungslose Gehirnleistung, Provitamin A und Vitamin E versorgen Haut, Haare und Zellen mit wichtigen Nährstoffen, Vitamin C stärkt das Immunsystem und unterstützt die Eisenaufnahme in den Körper. Magnesium ist wichtig für die Nerven, Selen wirkt entgiftend, Folsäure wird zur Blutbildung und Zellteilung benötigt.

Insgesamt ist es wohl das spezielle Zusammenspiel aller Inhalts- und Wirkstoffe, die das Schwarzkümmelöl so wertvoll macht und ihm die Zuschreibung einer umfassenden Heilwirkung eingebracht hat.

Anwendung und Gewinnung von Schwarzkümmelöl

Als Gewürz eingesetzt, dienen die gut schmeckenden Samen als eine Art Pfefferersatz. Aber auch das Öl ist eine echte Bereicherung der Küche, wenn es in kleinen Mengen als Würzöl eingesetzt wird. Therapeutisch nimmt man das Öl in geringen Mengen ein (teelöffelweise, ein bis dreimal täglich je nach Beschwerdebild) oder nutzt es äußerlich als Einreibung. Für die Atemwege kann das Öl auch zum Inhalieren genutzt werden.

Das Öl des Echten Schwarzkümmels kann auf zwei unterschiedliche Weisen gewonnen werden. Nach der Ernte werden die Samenkapseln schonend getrocknet, indem sie ausgelegt und schließlich gedroschen werden. Hochwertiges Schwarzkümmelöl mit leicht scharfem, nussigem Geschmack erhält man anschließend durch Kaltpressung der Samen. Es entsteht ein grünbraunes, fettes Öl. Dann wandert es in Flaschen oder wird in Kapselhüllen als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. In der alternativen Heilkunde findet man homöopatische, spagyrische und allopathische Zubereitungsformen.

Eine weniger hochwertige Form der Ölgewinnung stellt die Herstellung unter Zuhilfenahme von organischen Lösungsmitteln dar. Dieses raffinierte Öl ist deutlich preiswerter, enthält aber nicht mehr alle wertvollen Inhaltsstoffe des nativen Öls. Dafür ist mit unerwünschten chemischen Reststoffen zu rechnen.

Mögliche Neben- und Wechselwirkungen

Echtes Schwarzkümmelöl gilt als gut verträglich, kann wie jedes pflanzliche Produkt aber individuelle Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Bei Überdosierung kann eine Reizung der Magen- oder Darmschleimhaut eintreten, daher sollte man sich an die Dosierungsvorgaben halten. Harmlose Begleiterscheinungen wie Aufstoßen zu Beginn der Einnahme verschwinden nach wenigen Tagen. Bei äußerer Anwendung können eventuell ebenfalls Hautunverträglichkeiten auftreten.

Schwangere sollten kurmäßig kein Schwarzkümmelöl einnehmen, die Verwendung in der Küche stellt kein Problem dar.

Qualität kaufen

Sehr günstig angebotenes Schwarzkümmelöl sollte hellhörig machen. Es könnte sich um ein minderes, oftmals mit billigen Ölen gestrecktes Produkt handeln. Die Inhaltsstoffe und damit die gewünschten Wirkungen entsprechen dann nicht denen eines reinen, hochwertigen Schwarzkümmelöls. Ein unangenehmer Geschmack und unerwünschte Nebenwirkungen, etwa Unverträglichkeiten, können auftreten.

Ein hochwertiges Schwarzkümmelöl stammt aus zertifiziertem, möglichst biologischem (pestizidfreiem) Anbau. Es ist zu 100 % reines Öl ohne chemische Zusätze und wird in Kaltpressung gewonnen. Wer auf nachhaltig geführte Herstellerbetriebe und entsprechende Nachweise (Siegel, Zertifikate) achtet, ist auf der sicheren Seite.

Fazit

Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl ist aufgrund seiner zahlreichen positiven Inhaltsstoffe ein wertvolles Gewürz und Nahrungsergänzungsmittel. In der alternativen Naturheilkunde wird es gegen vielfältige Beschwerden eingesetzt, da ihm ein breites Wirkstoffspektrum zugeschrieben wird.

Hier finden Sie weitere Infos über Schwarzkümmelöl.