item

Selenhefe

Der Selenhefe zugrunde liegt die fermentierende Bierhefe, auch bekannt als Saccharomyces cerevisiae. Wenn diese Hefe in einem mit Selen angereicherten Medium zum Wachsen gebracht wird, wird das Selen von der Hefe absorbiert und in Selenomethionin umgewandelt.
Mit dem fertigen Produkt können nun Nahrungsergänzungsmittel kreiert oder Nahrungsmittel aufgewertet werden. Die entstandene Selenhefe beinhaltet bis zu 98% an organischem Selen. Diese organische Form entspricht genau der Art, welche natürlicherweise in Pflanzenprotein und tierischem Gewebe vorkommt.

Das Nahrungsmittel mit dem höchsten Anteil an organischem Selen ist übrigens die Paranuss. Sechs bis acht Paranüsse enthalten etwa 544 Mikrogramm Selen, was sagenhaften 780% der empfohlenen Tagesdosis entspricht.

Selenomethionin versus Selenit und Selenat

Selenhefe ist im Endeffekt also nichts anderes als Selenomethionin, ein hochwertiges, organisches Selen. Die im Handel erhältlichen Selenprodukte basieren entweder auf Selenomethionin, Selenit oder Selenat.

Welches sollte man wählen? Die Antwort lautet kurz und bündig: Selenomethionin. Laut dem Linus Pauling Institute, wird in vielen Präparaten Bierhefe mit Selenit und Selenat gemischt. Daraus entsteht eine vom Körper schlecht absorbierbare Selenhefe. Ein gutes Produkt sollte also Selenomethionin unter den Inhaltsstoffen auflisten.

Zum Vergleich: Während der Körper etwa 90% des Selenomethionins absorbieren kann, sind es bei Selenit nur etwa 50%. Selenat weist zwar eine ähnlich gute Bioverfügbarkeit wie Selenomethionin auf, ein großer Teil davon wird aber mit dem Urin ausgeschieden, noch bevor es vom Körper verwendet werden kann.

Die Vorteile von Selenhefe

Selen - und damit auch Selenhefe - übernimmt im menschlichen Körper eine ganze Reihe an Funktionen:

  • Stärkt das Immunsystem: Durch die Aktivierung von weißen Blutkörperchen unterstützt Selen das Immunsystem im Kampf gegen Infektionen und Krankheiten.
  • Wird für die männliche Fruchtbarkeit benötigt: Das Mineral wird zum korrekten Aufbau von Spermien gebraucht und sorgt für eine optimale Spermienqualität.
  • Produziert Schilddrüsenhormone: Der Körper benötigt Selen um Schilddrüsenhormone und Antioxidantien wie Glutathionperoxidasen herzustellen. Bei einer Selenunterversorgung hilft Selenhefe, deren Synthese wieder auf Trab zu bringen.
  • Sonstiges: Selen hilft den Cholesterinspiegel zu senken und vor Krebs zu schützen. Einige Studien weisen auch darauf hin, dass mit Selen die Hashimoto-Schilddrüse behandelt werden kann. Die Ergebnisse sind jedoch zum Teil widersprüchlich.

Die Dosierung

Das Institute of Medicine berichtet, dass die tägliche Zufuhr von mehr als 400 Mikrogramm Selen toxisch wirken kann. So wären die erwähnten sechs bis acht Paranüsse bereits deutlich über der empfohlenen Obergrenze.

Die meisten Menschen konsumieren täglich etwa 80 bis 110 Mikrogramm, was über der empfohlenen Tagesdosis von 55 Mikrogramm liegt. Selenhefe sollte also keinesfalls eingenommen werden, wenn Paranüsse bereits zur gewohnten Diät gehören.

Risiken und Nebenwirkungen

Ob Selen einen positiven oder aber einen negativen Effekt ausübt, hängt vom aktuellen Gesundheitszustand ab. Wenn also jemand einen Selenmangel aufweist, bietet Selenhefe auf natürliche Art und Weise Abhilfe. So kann es beispielsweise das Immunsystem stärken und Diabetes in Schach halten.

Wenn aber bereits eine optimale Grundversorgung besteht, dann kann die Supplementierung mit Selenhefe unter Umständen der Gesundheit abträglich sein, laut einem Bericht im Fachmagazin Free Radical Biology and Medicine.

Selenpräparate wie zum Beispiel Selenhefe, können mit Medikamenten interagieren, oder gewisse gesundheitliche Beschwerden verschlimmern. Falls ein Fall von Hypothyreose, Gelenkrheumatismus oder einer Autoimmunerkrankung vorliegt, sollte auf jeden Fall vorher ein Arzt konsultiert werden. Das Gleiche gilt bei der Einnahme von Medikamenten wie Cholesterinsenker oder Blutverdünner.

Bevor aber toxische Ausmaße erreicht werden, zeigen sich zahlreiche Warnsignale einer Selen-Überdosierung. So können Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen an Fingernägel oder Antriebslosigkeit auftreten.
Anzeichen einer toxischen Überdosierung machen sich in Symptomen wie Haarausfall, chronischer Erschöpfung und einem metallischen Geschmack im Mund bemerkbar.