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Shii Take

Ein sehr wichtiges Exemplar in der Mykotherapie, der Therapie mit Heilpilzen, ist schon seit Jahrhunderten der Shiitake. Der auch als „König der Heilpilze“ bezeichnete Pilz ist aus der japanischen und chinesischen Naturheilkunde nicht weg zu denken. Seit einiger Zeit ist er auch in der westlichen Medizin als wirksames Therapeutikum anerkannt und wird zunehmend wissenschaftlich erforscht. Allerdings ist er in Europa bisher nicht als Arzneimittel zugelassen und wird daher als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. Was aber macht den Shiitake so besonders?

Die Inhaltsstoffe des Shiitake

Der Heil- und Vitalpilz (auch: Medizinalpilz oder Gesundheitspilz) mit dem botanischen Namen „Lentinula edodes“ wächst besonders gerne am Stamm der asiatischen Scheinkastanie. Das gab ihm auch seinen japanischen Namen Shiitake, denn „Shii“ ist der Name des Pasania-Baumes, also der Scheinkastanie, und „Take“ bedeutet nichts anderes als Pilz. Inzwischen wird der Shiitake auf dem Holz zahlreicher verschiedener Bäume gezüchtet. Mittlerweile steht er an zweiter Stelle der kultivierten Pilze weltweit. Das hat er nicht nur seinem gutem Geschmack, sondern vor allem seinen wertvollen Inhaltsstoffen zu verdanken:

  • Protein
    Mit 2,2 Gramm Eiweiß je 100 Gramm liefert der Shiitake nicht nur reichlich, sondern vor allem sehr hochwertiges Protein. Alle essentiellen, also lebensnotwendigen, Aminosäuren sind enthalten, und zwar in einem ebenso günstigen Verhältnis wie in Fleisch oder Milch. Die spezielle Eiweißzusammensetzung des Pilzes ist darüber hinaus sehr gut verdaulich.
  • Vitamin D
    Es heißt, dass in unseren heimischen Regionen mehr als die Hälfte der Menschen einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel aufweisen (laut Robert-Koch-Institut, 2012). Das Prohormon, das in der Haut vom Körper selbst hergestellt werden kann, benötigt für seine Synthese ausreichend Sonnenlicht. Das ist in unseren Breiten und angesichts des modernen Lebensstils kaum gewährleistet, im Winter sind die Depots geleert. Shiitake kann einen guten Beitrag bei der Vitamin D-Versorgung leisten. Frische Pilze liefern 2,5 µg je 100 Gramm, getrocknete Pilze das Vielfache. Zwei bis zehn Gramm getrocknete Shiitake können demnach ausreichen, den Tagesbedarf von etwa 20 µg Vitamin D zu decken.
  • Vitamin B
    Der Heilpilz enthält die Vitamine B2, B3, B5 und B6. Vor allem der hohe Gehalt an Vitamin B5 (Panthothensäure) sorgt für starke Nerven und einen geregelten Stoffwechsel. Nur fünf Pilze decken bereits ein Viertel des täglichen Bedarfs an Vitamin B5.
  • Kupfer
    Kupfer ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das an der Bildung von Blut und Bindegewebe beteiligt ist und ebenfalls die Funktion des Nervensystems sicher stellt. Shiitake kann mit einer Portion von 70 Gramm gekochter Pilze den Tagesbedarf an Kupfer zu mehr als 70 % decken.
  • Weitere bemerkenswerte Inhaltsstoffe
    Viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe können in ihrem Zusammenspiel ein potentes Stärkungsmittel für das Immunsystem, ein Mittel zur Förderung der Darmgesundheit und Verdauung sowie ein Mittel zur Regulierung von Blutfetten, Blutdruck und Cholesterin bilden. Zu diesen Stoffen zählen beispielsweise das Polysaccharid Lentinan, das Alpha-Glucan AHCC und das cholesterinsenkende Eritadenin. Auch Folsäure, Eisen, Kalium, Kalzium und Zink sind enthalten sowie Peptide und organische Säuren.

Shiitake in der traditionellen und modernen Heilkunde

Der ursprünglich in den Wäldern Japans und Chinas beheimatete Pilz gilt schon lange weltweit als wertvoller Speise- und Heilpilz. Aus der japanischen Heilkunde (TJM) und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist er nicht wegzudenken. Traditionell wird er eingesetzt bei Bluthochdruck, Verstopfung, Gicht, Magengeschwüren (japanische Medizin) sowie Leberleiden, Arteriosklerose, Diabetes, Altersbeschwerden (TCM). Der Pilz gilt als allgemein gesundheitsfördernd und wird auch präventiv zum Erhalt des Wohlbefindens eingesetzt. Erkältung und Migräne werden ebenfalls als Einsatzgebiete genannt.

In der westlichen Medizin setzt man auf den Einsatz bei erhöhten Cholesterinwerten und zu hohem Blutdruck. Da Shiitake eine nachgewiesen stärkende Wirkung auf das Immunsystem hat, wird er neuerdings auch bei HIV- und Krebspatienten unterstützend eingesetzt, um die Wiederstandkraft gegenüber der Krankheit zu erhöhen und auch um schulmedizinische Medikamente verträglicher zu machen. Studien bestätigen die positiven Wirkungen. Bei entzündlichen Erkrankungen etwa des Darms oder bei Rheuma kommen die antientzündlichen Eigenschaften zum Tragen. Die westliche Mykotherapie verwendet Shiitake auch bei Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen.

Anwendung und Dosierung des Heilpilzes

Shiitake ist ein beliebter Speisepilz, der mit seinem würzigen Aroma die Küchen der Welt erobert hat. Regelmäßig verzehrt leistet er einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit Vitalstoffen und zur kontinuierlichen Stärkung des Immunsystems. Für Vegetarier und vor allem Veganer stellt er eine wichtige und gut verwertbare Eiweißquelle dar.

Als Heilpilz wird Shiitake getrocknet verwendet. Als Pilzpulver oder Extrakt wandert er in Kapseln und wird dann als „Lentinula edodes myzel“ (LEM) bezeichnet. Laut Gesellschaft für Heilpilze sollte die Tageshöchstdosis fünf Gramm nicht überschreiten. Der renommierte ungarisch-deutsche Mykologe Jan Ivan Lelley empfiehlt je nach Krankheitsbild bis zu sechzehn Gramm getrocknete Pilze täglich – allerdings unter ärztlicher Aufsicht oder Absprache mit einem kundigen Heilpraktiker. Häufig wird empfohlen, eine Kombination verschiedener Heilpilze einzusetzen, beispielsweise Shiitake zusammen mit Reishi oder Cordyceps.

Fazit

Shiitake ist ein immunstärkender, antibakteriell und antiviral wirkender Heil- und Vitalpilz, der seit Jahrhunderten in der Heilkunst Asiens verwendet wird. Seit einigen Jahren wird er zunehmend wissenschaftlich erforscht und gilt auch in der westlichen Medizin als wertvolle Unterstützung bei verschiedenen Erkrankungen. Als Nahrungsergänzung versorgt er mit zahlreichen Vitalstoffen, Ballaststoffen und Protein.

Quellen:

Jan I. Lelley: Die Heilkraft der Pilze: Wer Pilze isst lebt länger. B.o.s.s Druck und Medien GmbH, 2008

Michaela Döll: Vitalpilze für ein gesundes Leben: Immunstärkend - Stoffwechselanregend – Entgiftend. Herbig Verlag, 2012