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Thymianöl

Als Gewürz ist Thymian fester Bestandteil der mediterranen Küche, als Heilpflanze ist er gut gegen Erkältung und Husten. Wertvolles ätherisches Thymianöl enthält Substanzen, die den Bronchialschleim verflüssigen können. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und krampflösend. In der Aromatherapie wird der intensiv aromatische Geruch nicht nur bei körperlichen Leiden, sondern auch zur Stärkung der Psyche eingesetzt. Welche Pflanze schenkt uns das wertvolle Thymianöl?

Thymus vulgaris – ein Lippenblütler mit Heilwirkung

Thymian ist ein wirksames Mittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Auch die Kommission E des BfArM hat das bestätigt und die Pflanze in ihrer Monographie als Mittel bei „Symptomen der Bronchitis und des Keuchhustens, Katarrhen der oberen Luftwege“ anerkannt. Der „Echte Thymian“, botanisch Thymus vulgaris, zählt zur Familie der Lippenblütler, zu der auch bekannte Kräuter wie Rosmarin, Majoran, Lavendel und Basilikum zählen. Als Wildpflanze findet man ihn in heißen Mittelmeerländern. Der immergrüne, niedrig wachsende Strauch bevorzugt sandigen Boden und steinige Hänge. Er blüht in Weiß, Rosa oder zartem Lila. Thymian wird wegen des großen Bedarfs in vielen Regionen kultiviert, Hauptanbaugebiet ist die heutige Türkei mit einem Anteil von bis zu siebzig Prozent der weltweiten Jahresproduktion. Das wertvolle Thymianöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen, was bis zu acht Stunden benötigt. Für einen Liter ätherisches Öl werden etwa fünfzig Kilogramm Thymian benötigt. Es wird das frisch blühende Kraut verwendet. Der ursprüngliche Name der Heilpflanze „thymos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Kraft oder Mut. Doch welche Kraft steckt nun tatsächlich im Thymian?

Inhalts- und Wirkstoffe von Thymianöl

Reines ätherisches Thymianöl enthält die Substanzen Thymol und Carvacrol, die vor allem verschiedene positive Effekte auf die Atemwegschleimhaut besitzen. Hinzu kommen unter anderem die Bestandteile Menthen, Pitral, Cineol, Pinen, Cymol, Linalool und Borneol. Das alles sind ätherische Öle, die den Hauptanteil der Inhalts- und Wirkstoffe ausmachen. Hinzu kommen Flavonoide, Salycilate, Gerb- und Bitterstoffe, Cumarine, Ballaststoffe sowie Vitamin C, Eisen und Zink. All diese Inhaltsstoffe besitzen unterschiedliche Eigenschaften, die in ihrem Zusammenwirken dafür sorgen, dass Thymianöl viele unterschiedliche Attribute zugeschrieben werden: Von antibakteriell, antibiotisch, antientzündlich, auswurffördernd, schleimlösend, krampf- und schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, immunstimulierend bis hin zu allgemein stärkend reicht die breite Palette an potentiellen Wirkungen. Besonders effektiv ist aber der Einsatz von Thymianöl bei allen Erkrankungen der oberen Atemwege, wie auch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen.

Anwendung von Thymianöl

Traditionell wird Thymianöl bei Atemwegerkrankungen aller Art verwendet. So wirkt ein Dampfbad mit Thymianöl schleim- und krampflösend bei Husten, ausflussfördernd bei Schnupfen, entzündungshemmend bei Nasennebenhöhlenentzündungen. Dafür werden einfach ein paar Tropfen in sehr heißes Wasser gegeben und zweimal täglich etwa fünf Minuten inhaliert. Als Gurgellösung kann es Mandelentzündungen lindern. Da die Inhaltsstoffe im ganzen Mundraum wirken, wird eine Lösung mit Thymianöl oft auch als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen und Entzündungen der Mundschleimhaut sowie bei Mundgeruch eingesetzt. Hier kommen die antiviralen, antibakteriellen und antimykotischen Wirkungen zum Tragen.

Einreibungen, Massagen oder Bäder mit Thymianöl werden traditionell bei Muskelverspannungen, rheumatischen Beschwerden, Arthrose und anderen Gelenkproblemen angewandt. Diese Form der Anwendung ist auch Bestandteil der Aromatherapie. In der Aromatherapie ist Thymianöl ist vor allem sehr beliebt zur Verdunstung in einer  Duftlampe. Es gilt dann als äußerst konzentrationsfördernd und wirksam gegen Erschöpfungszustände. Auch Stress und sogar Depressionen sollen über den Duft gemildert werden. Gerne wird es auch mit anderen Düften kombiniert.

Reines ätherisches Thymianöl kann auch innerlich eingenommen werden. Dazu gibt man einige Tropfen auf ein Stück Würfelzucker oder vermengt sie mit etwas Honig. Es gilt als wirksam bei Verdauungsbeschwerden, Harnweginfektionen sowie allgemein stärkend für das Immunsystem. Allerdings sollte die innerliche Anwendung genau nach Vorgabe erfolgen, denn es gilt in hoher Konzentration als allergieauslösend.

Darüber hinaus ist Thymianöl Bestandteil von Bade- und Waschzusätzen, Seifen, Shampoo, Salben und Mundpflegeprodukten. Es ist also auch ein wunderbarer Zusatz bei der Herstellung eigener Kosmetikprodukte.

Mögliche Neben- und Wechselwirkungen

Zur unverdünnten Anwendung ist Thymianöl nicht geeignet, da es bei hoher Konzentration hautreizend und sogar allergieauslösend wirken kann. Auch Luftnot kann in Einzelfällen, insbesondere bei hoher Konzentration, auftreten. Da Thymianöl sehr sparsam verwendet werden sollte, wird das hochwertige, reine ätherische Öl in der Regel in kleinen Einheiten (meist 10 ml) verkauft. Das Inhalieren ätherischer Öle ist für Asthmatiker generell tabu, und auch Pollenallergiker, die auf Lippenblütler reagieren, sollten sich dem Thymianöl mit aller Vorsicht nähern. Personen mit Schilddrüsen-Überfunktion, Epileptiker, Schwangere und Kinder sollten kein Thymianöl anwenden.

Fazit

Thymian ist ein anerkanntes Heilmittel. Das reine ätherische Thymianöl kann vor allem bei Problemen der Bronchien und oberen Luftwege (Inhalation) eingesetzt werden. Als Mundspülung soll es gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum wirken. Auch bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes gilt es als wirksames Naturheilmittel (innerlich). In der Aromatherapie wird es in der Duftlampe oder über die Verdunstung in Bädern sowie als Zusatz im Massageöl über die Haut eingesetzt. Hier wird vor allem die Wirkung auf die Psyche geschätzt. Es kann gut als Zusatz in selbst gemachter Kosmetik verwendet werden und dient dabei der Hautpflege.